Schneller, schlanker, schärfer: Apples iPad 2

Schneller, schlanker, schärfer: Apples iPad 2

In den vergangenen 13 Monaten hat Apple fast 20 Millionen iPads verkauft - die schon veraltet sind, denn die zweite Generation ist leichter, schneller, stärker und besser ausgerüstet. Der TV hat das iPad 2 getestet.

Wer iPad sagt, meint Lifestyle, Zeitgeist und die eleganteste Art, "Ich lebe online" zu sagen. Damit sind Steve Jobs und seine Jungs und Mädels bei Apple wie auch im Fall des iPhone und des iPod als Erste am Markt und gehen diesen Weg auch konsequent weiter. Das iPad 2, seit Ende März auf dem Markt, erweitert die Stärken und Vorzüge des Vorgängermodells, nimmt aber auch dessen Schwächen und Grenzen mit.

Schneller: Hier steckt die zentrale und wichtigste Verbesserung. Apple hat das iPad 2 mit einem wesentlich stärkeren Innenleben ausgestattet. Die 256 Megabyte DDR-RAM der ersten Generation wurden auf 512 Megabyte DDR2-Speicher erhöht. Im Vorgänger sitzt ein Singlecore-A4-Prozessor, im iPad 2 ist es ein Dualcore A5, dessen beide Kerne jeweils vier Shader- und zwei Textureinheiten haben und mit je einem Gigahertz laufen. Apps starten schneller, grafisch aufwändige Spiele wie Infinity Blade und Real Racing 2 HD laufen flüssiger, Internetseiten werden schneller aufgebaut. Der zusätzliche Speicher lässt es zu, zwischen mehreren Apps zu wechseln, die gerade nicht aktive Anwendung im Hintergrund weiter laufen zu lassen und später ohne jeden Datenverlust wieder zu aktivieren.

Schlanker: Wer das neue iPad in die Hand nimmt, bemerkt den enormen Unterschied sofort. Das Gerät ist deutlich flacher und leichter als die erste Generation, sogar flacher als das iPhone 4. Statt 680 wiegt es nur noch 600 Gramm, statt 13,4 ist es nur noch 8,8 Millimeter dick. Ein wichtiger Unterschied: Die iPads dieser Welt sind mobile Maschinen, die man die meiste Zeit in den Händen hält. Die daraus resultierende typische Bedienung - mit einer Hand festhalten, mit der anderen den Touchscreen berühren - ist mit dem neuen Modell klar angenehmer.

Verspielter: Da Spiele auch für Smartphones und Tablets ein wesentlicher Markt sind, haben erste Entwickler bereits Titel präsentiert, die für das iPad 2 optimiert wurden und dessen Möglichkeiten nutzen. Der Unterschied ist enorm: höhere Auflösungen, eindrucksvollere Lichteffekte und Kantenglättung (Anti-Aliasing).

Bildgewaltiger: Das erste iPad hat keine Kamera an Bord, der Nachfolger hat gleich zwei. Die vordere läuft mit 640 mal 480 Bildpunkten, die hintere mit 960 mal 720. Das sind geringe Werte, grafisch brillante Fotos und Videos sind damit nicht möglich. Doch das iPad 2 bringt dadurch die Bildtelefonie Facetime mit. Videokonferenzen mit allen iPhone-, iPod Touch- und Mac-Nutzern sind damit kein Problem mehr und bieten einen nicht zu unterschätzenden Unterhaltungswert. Die Foto-Spielerei Photo Booth gehört ebenfalls zum Startpaket. Damit kann der Nutzer alle Bilder verknoten, verzerren und auf andere Art entstellen, was mit Gesichtern am meisten Spaß macht (siehe Foto).

Nicht klangvoller: Beim Sound hat Apple nichts geändert. Das iPad 2 hat wie sein Vorgänger nur einen Lautsprecher, der ein Mono-Signal ausgibt. Stereo liefert das Tablet nur über den Kopfhöreranschluss.

Nicht brillanter: Das Display des iPad 2 war für viele Nutzer eine Enttäuschung, denn sie hatten das hervorragende Retina-Display des iPhone 4 erwartet. Auch wenn das neue iPad mit 1024 mal 768 Bildpunkten optisch sehr gute Qualität liefert, hat sich Apple diesen großen Sprung offenbar für die dritte Generation seines Tablets aufgehoben. Dennoch bietet das iPad 2 wie auch schon sein Vorgänger ein glasklares und scharfes LED-Bild. Die höhere Pixeldichte des Retina-Display würde die in der zweiten Generation enorm gestiegene Grafik-Power allerdings noch besser zur Geltung bringen.
Nicht kompatibler: Wie der Vorgänger bringt auch das iPad 2 keinen USB-Anschluss mit und kann keine externen Medien und Datenträger lesen. Was auf dem Touchscreen laufen soll, muss deshalb aus dem Heimnetzwerk oder dem Internet kommen. Unterwegs im Netz stößt der Nutzer dann schnell auf den nächsten Nachteil, den das neue Pad von seinem Vorgänger übernommen hat: Flash-Inhalte werden nicht dargestellt, hier verweigert der Browser den Dienst.

Versionen: Es gibt drei Versionen mit 16, 32 oder 64 Gigabyte Flash-Speicher, W-Lan und Bluetooth. Als mobile Netzwerktechniken werden gegen Aufpreis UMTS und GSM angeboten. Seit dem Start des iPad 2 sind die Preise der ersten Generation drastisch gesunken.

Fazit: Apples Tablet kann und will ein Notebook nicht ersetzen und ist auch nicht als Arbeitsgerät entworfen, sondern als Surfmaschine, Medienabspielbasis und Spielekonsole. Das iPad 2 übertrifft seinen Vorgänger klar. Wer jetzt über einen Kauf nachdenkt, sollte keine Kompromisse eingehen, über die er sich später mit Sicherheit ärgern wird, sondern die neue Generation nutzen.Verkaufsstart: Das iPad 2 ist seit 11. März in den USA und seit 25. März in Europa erhältlich. Erste Zahlen: Noch nennt Apple keine konkreten Verkaufszahlen. Die Onlineplattform beyondprint.de berichtet über die Aussage eines Hardwarezulieferers aus Taiwan. Dieser hat erklärt, allein im März seien 2,6 Millionen Geräte an Apple geliefert worden. In der zweiten Jahreshälfte soll die Lieferung auf vier Millionen Geräte pro Monat wachsen. Viele Zulieferer bauen zurzeit ihre Kapazitäten aus - klare Indizien für eine starke Nachfrage. Persönlich: Wie auch schon sein Vorgänger bietet das iPad 2 keine Möglichkeit, mehrere Benutzerkonten einzurichten. Wer sein iPad aus der Hand gibt und verhindern will, dass andere seine Inhalte sehen, hat keine andere Möglichkeit als die komplette Löschung des Profils und der Software. jp

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