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UFC 3: Neue Stärken, alte Schwächen

UFC 3: Connor McGregor (links) greift an.
UFC 3: Connor McGregor (links) greift an. FOTO: privat / Electronic Arts
Der harte Kampf im Octagon hat unverändert viele Fans. Mit UFC 3 präsentiert Branchenriese Electronic Arts seine dritte Actionsimulation um die Ultimate Fighting Championship. Von Jörg Pistorius
Jörg Pistorius

Ein UFC-Kämpfer geht durch mehr Phasen eines Kampfes als jeder andere Kampfsportler. Schläge und Tritte aus der Distanz, Griffe und Würfe im Clinch und der von Taktik und Präzision bestimmte Bodenkampf – eine gewaltige Aufgabe für eine Simulation. Die UFC-Serie von Electronic Arts hat bisher immer sehr großen Spaß gemacht, solange beide Käfig-Kämpfer auf ihren Füßen standen und versuchten, das Match durch Schläge oder Kicks zu entscheiden. Doch am Boden, im taktischen Ringen um Submissions, wurde es dann schnell unübersichtlich. Diese Schwäche hat auch UFC 3, der gerade neu erschienene aktuelle Teil der Serie. Dennoch ist der Titel ein sehr gutes Sportspiel mit vielen Stärken.

UFC 3 profitiert von der Real Player Motion Tech, einer neuen Animationstechnologie, die laut EA für die flüssigsten und reaktionsschnellsten Kämpferbewegungen aller Zeiten sorgt. Jeder Punch, Kick, Block und Konter wurde mit modernster Animationstechnik nachgebildet. Und in der Tat: Die Aktionen der Kämpfer sehen atemberaubend gut aus. Dumpfes Draflosdreschen führt in den meisten Fällen zum schnellen Ende, denn der Ausdauerbalken leert sich fix. Jede Aktion, jeder Angriff muss genau geplant werden. Die optische Qualität von UFC 3 entspricht einer Fernsehübertragung. Die Stars der Szene, darunter der Ire Conor McGregor, eines der bekanntesten aktuellen UFC-Gesichter, stimmen in Aussehen und Bewegungsmustern absolut mit ihren realen Vorbildern überein. Die Darstellung des Einmarschs, der fanreaktionen und der Arenen, in denen der Käfig steht, ist großartig gelungen und knistert vor Atmosphäre.

G.O.A.T. steht nicht für Ziege, sondern für Greatest of all time. Der Weg dorthin ist lang und hart. Im G.O.A.T.-Karrieremodus muss der Spieler den Hype ankurbeln, um neue Fans zu sichern und Geld zu verdienen, und Rivalitäten anzetteln, um die Welt auf sich aufmerksam zu machen. Werbeverträge, Pressekonferenzen und immer wieder Trainingssessions – der Modus motiviert und unterhält hervorragend.

Soweit die Stärken. Die Schwächen offenbaren sich, sobald die Kämpfer zu Boden gehen und versuchen, den Fight mit Hebeln oder Griffen zu entscheiden. Die Steuerung ist als Minispiel gelöst, das vor allem bei Solospielern schnell Frust aufkommen lässt. Denn sie können nicht erkennen, ob die Varianten und Aktionen, die sie gerade durchführen, auch tatsächlich funktionieren. Sehr schade, denn Grappling ist ein elementarer Bestandteil der UFC.

Fazit: Kampfsportfans sind hier gut aufgehoben, UFC-Fans sowieso, und der Rest kann probespielen.