Geschichte zum Hören Zweiter Weltkrieg erklärt: So geriet die Region Trier zwischen die Fronten (Podcast)

Audio · Millionen Menschen wurden im Zweiten Weltkrieg Opfer einer Herrschaft, die Europa zwischen 1939 und 1945 in den Abgrund zog: Wie das nationalsozialistische Deutschland erst seine Nachbarn angriff und dann selbst im Gegenschlag der Alliierten unterging, hören Sie in der neuen Folge unseres Geschichts-Podcast.

Der Zweite Weltkrieg forderte in sechs Jahren weltweit schätzungsweise zwischen 50 bis 60 Millionen Menschenleben. Allein in Deutschland kamen rund fünf Millionen Soldaten und eine Million Zivilisten ums Leben. Viele dieser Männer, Frauen und Kinder starben bei Luftangriffen – doch zu den Opfern gehörten auch Gegner der Nazi-Diktatur von Adolf Hitler und Minderheiten wie Juden und Sinti, die schon seit 1933 verfolgt und im Kriegsverlauf in Konzentrationslager deportiert werden. Eines dieser Lager war das KZ Hinzert im Hochwald.

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Zweiter Weltkrieg: Überfall Deutschlands auf Polen

Der Krieg, der am 1. September 1939 mit dem Angriff Hitlers auf Polen ausbricht, berührt die Region Trier zunächst nur in den ersten Monaten. Zwar sind Eifel und das Moselgebiet aufgrund ihrer Grenznähe zum nunmehrigen Kriegsgegner Frankreich (welches sich zusammen mit Großbritannien entschlossen hatte, nicht wie in früheren Krisen Hitler gegenüber nachzugeben) Aufmarschgebiet geworden. Doch im Mai 1940 greift die deutsche Wehrmacht sowohl Frankreich als auch Luxemburg, Belgien und die Niederlande an - obwohl die Benelux-Staaten neutral sind.

History-Podcast in Trier, Eifel, Mosel: "Porta - Tor zur Geschichte"
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Foto: Andreas Sommer

Die Deutschen beherrschen nun Westeuropa, der Krieg erscheint gefühlt weit weg - in Wirklichkeit tobt er weiter, denn Großbritannien will sich nicht beugen. Im Atlantik versenken deutsche U-Boote britische Schiffe, auch in Nordafrika wird gekämpft. 1941 folgt der deutsche Überfall auf die Sowjetunion, zeitgleich attackieren die Japaner die USA und eröffnen im Pazifik einen weiteren Kriegsschauplatz.

Drei Jahre später ist die Nazi-Herrschaft über Europa aufgrund mehrerer Niederlagen auf den Schlachtfeldern mehr und mehr in Bedrängnis. Und nun erreicht der Krieg auch die Region: Im Juni 1944 landen alliierte Truppen in der Normandie und befreien Frankreich, drei Monate später stehen sie an der deutschen Westgrenze. Fast zeitgleich rückt die sowjetische Rote Armee vor und erreicht die polnische Hauptstadt Warschau, die seit 1939 in deutscher Hand ist. Und es gibt eine neue Front, hoch über den Köpfen der Menschen: Amerikanische und britische Bomber attackieren die deutschen Städte. Noch heute erinnern Funde von Blindgängern an die tödliche Last, die damals vom Himmel fiel.

Ein Sherman-Panzer am 2. März 1945 vor der Porta-Nigra in Trier. Eingenommen wurde Trier vom 20. Armored Infantry Bataillon der 10. US-Panzerdivision, das von Pellingen über Irsch und Olewig zur Römerbrücke vordrang.

Ein Sherman-Panzer am 2. März 1945 vor der Porta-Nigra in Trier. Eingenommen wurde Trier vom 20. Armored Infantry Bataillon der 10. US-Panzerdivision, das von Pellingen über Irsch und Olewig zur Römerbrücke vordrang.

Foto: US Army

In dieser Situation setzt Hitler alles auf eine Karte, in der Hoffnung auf eine Kriegswende: Seine Ardennenoffensive im Winter 1944 nutzt einmal mehr die Eifel als Aufmarschgebiet. Anders als vier Jahre zuvor scheitert aber der deutsche Angriff. Und die Städte in der Region geraten aufgrund ihrer Frontnähe nun ins Visier der Alliierten, die die deutschen Nachschubwege bombardieren: An Weihnachten 1944 wird etwa Trier bei mehreren Bomberangriffen schwer zerstört, das gleiche Schicksal trifft Bitburg.

Erst im Februar/März 1945 endet der Krieg in der Region, als US-amerikanische Truppen die deutsche Front durchbrechen und unter teils schweren Kämpfen vorrücken. So wird Trier am 2. März 1945 besetzt, im Hochwald fallen bei Gegenangriffen der Deutschen noch hunderte Soldaten. Am 30. April erschießt Hitler sich im mittlerweile schwer umkämpften Berlin, zusammen mit seiner Gelieben Eva Braun. Einige Tage später, am 8. und 9. Mai, kapituliert die deutsche Wehrmacht. Als schließlich Atombomben auf Hiroshima und Nagasaki im August 1945 fallen, gibt auch Japan auf. Der Krieg ist zu Ende.