Wettmanipulation: Betrug bei Sportwetten in Zukunft strafrechtlich leichter verfolgbar

Wettmanipulation: Betrug bei Sportwetten in Zukunft strafrechtlich leichter verfolgbar

Brot und Spiele für das Volk nennen es die einen, Leidenschaft und Begeisterung die anderen.

Unabhängig davon, ob Sport zu Kritiken veranlasst oder Jubel auslöst, in einem Punkt herrscht jedenfalls Einigkeit: Sport lässt niemanden kalt. Seit jeher zieht er Massen in seinen Bann. Mehr noch, er verbrüdert Menschen, die einander nicht kennen und überwindet sogar kulturelle Barrieren - zumindest für einen bestimmten Zeitraum. Auch im Wettgeschäft ist der Sport seit vielen Jahren ein beliebtes Thema.

Die Sportbegeisterung beginnt bei einfachen Wettkämpfen in der Schule und reicht bis zu den Olympischen Spielen. Die Phänomene treten besonders beim Massensport auf, wie zum Beispiel beim Fußball. Doch die Welt des Sports hat mächtige Feinde. Es geht um Geld, Sportwetten und Wettmanipulation. Ein neues Gesetz soll Teilnehmer und Publikum vor möglichen Manipulationen schützen. Doch dazu gibt es nicht nur positive Stimmen.

Sportliche Wettkämpfe lassen sich nicht berechnen: Ein Ansatz für Manipulation
Sport, das ist Spiel und Begeisterung. Auch die Sportwette hat sich in Europa im Lauf der Jahre etabliert. Warum soll man die entbrannte Leidenschaft für seinen Fußballklub nicht auch am Kassenschalter eines Wettbüros äußern. Gewettet wird selbstverständlich nur auf den eigenen Verein, ohne jeden unsportlichen Hintergedanken. Gewinnen soll am Ende die bessere Mannschaft. Zum Schluss der Saison hält die natürliche Balance Verlust und Gewinn mit gewissen Toleranzen in der Waage.
Dieser sportlichen Einstellung ist nichts entgegenzuhalten. Anders sehen es aber gewisse Kreise, die Sportwetten als eine Einkommensmöglichkeit betrachten. Gewiss gab es im Laufe der Geschichte immer wieder Versuche, das Ergebnis einer sportlichen Veranstaltung zu manipulieren. Doch noch nie war der Sport davon in einem solch großen Ausmaß betroffen, wie es heute der Fall ist.

Sportwetten und Manipulation - der Einfluss negativer Kräfte kennt selten Grenzen
Fußball ist weltweit ein sehr beliebter Sport. Das runde Leder bewegt Fans und fördert die Lust am Wetten. Das zeigt ein Rückblick auf das Champions-League-Finale 2013 im ausverkauften Londoner Wembley-Stadion zwischen dem FC Bayern München und Borussia Dortmund. Rund 360 Millionen Zuschauer weltweit verfolgten das Spiel am TV. Enorm waren auch die Wetteinsätze. Doch bei einem Fußballereignis dieser Tragweite sind kaum Unregelmäßigkeiten zu erwarten.
Anders sieht es bei unscheinbaren Spielen zwischen unbekannten Fußballvereinen aus. Ein Beispiel dafür ist ein Freundschaftsspiel zweier kleiner Fußballvereine aus Wien. Das Spiel endete mit 14.0. Skurril ist auch die Anzahl der Zuschauer. Nur eine einzige Person war gekommen, um das Spiel live zu sehen.
War es Wettmanipulation oder alles nur reiner Zufall? Die österreichischen Behörden nahmen jedenfalls die Ermittlungen auf.

Wettmanipulation: Welche Werkzeuge gibt der Gesetzgeber den Behörden an die Hand?
Ein neues Gesetz soll nun die gewohnte Ordnung im Bereich der Sportwetten bewahren. Auch manipulierte Sportveranstaltungen im Profisport sind ab jetzt eine Straftat. Das soll auf Profisportler, Betreuer und Funktionäre eine abschreckende Wirkung ausüben und der Staatsanwaltschaft und den Gerichten die Arbeit erleichtern. Auch das Vertrauen der Gesellschaft soll dadurch Unterstützung erhalten. Das neue Gesetz trat am 19. April 2017 in Kraft.

Kritiker des Gesetzes verweisen darauf, dass die "Integrität des Sports" kein Rechtsgut wie zum Beispiel das Eigentum darstellt. Vielmehr muss der Sport selbst dafür sorgen, dass Leistung, Toleranz, Fairness und Teamgeist das sportliche Geschehen beherrschen. Befürworter des Gesetzes entgegnen, dass der Sport seine Postulate jederzeit ungehindert umsetzen könne und das neue Gesetz nur für den Fall vorsätzlichen Wettbetrugs geschaffen wurde - Wettmanipulation würde dadurch nur beding konsequent verfolgt. Fakt ist, das Sportler, die bei einer Sportwette Geld dafür annehmen, dass sie den jeweiligen Wettbewerb manipuliert, strafbar für diese Tat sind. Gleiches gilt auch für bezahlte Absprachen mit Trainern, Schiedsrichtern, Betreuungspersonal im Stab der Mannschaft sowie für Wertungs- oder Kampfrichter.

Hinweis für Wettspieler
Sportwetten sind durchaus beliebt und ein kurzweiliger Zeitvertreib. Es sei jedoch darauf hingewiesen, dass Sportwetten zu finanziellen Einbußen führen können. Neben materiellen Verlusten steht im Zusammenhang mit dem Wettspiel auch oft die mögliche Spielsucht im Raum. Wer gerne und oft spielt, sollte sich daher genau informieren und ab und zu beraten lassen, ob das eigene Spielverhalten dem normalen Maß entspricht und bezüglich der individuelle

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