1. Magazin
  2. Multimedia

Wie ein Film für eine neue Sicht auf das Thema Flüchtlinge sorgt

Wie ein Film für eine neue Sicht auf das Thema Flüchtlinge sorgt

Für die Schüler stand mehr als Medienkompetenz und Teamwork auf dem Stundenplan.

TRIER Seit diesem Schuljahr haben wir das Fach MKD (Medien Kompetent Darstellen). In diesem Fach haben wir in Begleitung unserer Fachlehrerin, Ilka Polzin, das KLASSE!-Projekt gestartet. Dort geht es darum, eigenständig einen Kurzfilm zu drehen und zu schneiden. Als Klassen haben wir uns als Oberthema überlegt, die Integration von Flüchtlingen und den Alltag der Flüchtlinge in Trier und Umgebung genauer darzustellen.
Wir haben uns für das Thema entschieden, da wir uns sehr dafür interessieren und wir mehr erfahren wollten. Wir als einzelne Gruppen mussten uns eigenständig darum kümmern, wo und mit wem wir filmen. Es war ziemlich schwer, in diesem Themenbereich Freiwillige zu finden, da diese oft in ihrem Heimatland gesucht werden und daher nicht an die Öffentlichkeit möchten. "Dieses Projekt hat uns Kreativität, Organisation und Eigenständigkeit gekostet. Wir mussten uns als Klasse auf ein Thema einigen und versuchen, das so gut wie möglich umzusetzen", sagte Thomas Andraschunow.
Drehen, Schneiden, Moderieren - alles eine Frage der guten Organisation. Der Kurzbeitrag "Flüchtlinge im Deutschunterricht" war eine Zusammenarbeit mit unserer Nachbarschule, der GuT (BBS Gewerbe und Technik), da dort die Klassen, in denen die Flüchtlinge in Deutsch als Fremdsprache unterrichtet werden, angesiedelt sind.
"Die Kommunikation mit den Flüchtlingen und den Lehrern der GuT war sehr angenehm, da alle sehr freundlich und hilfsbereit waren", sagt Clinton Ehimamiegho.
Der Kurzbeitrag "Flüchtlinge im Dorf" wurde in Wintersdorf gedreht. Dort wurden verschiedene Flüchtlinge aus verschiedenen Ländern befragt, wie sie sich in dem Dorf eingelebt haben. "Wir haben sehr viele neue Erfahrungen gesammelt und es war sehr schön das alles mit der Kamera im Praktischen auszuüben als nur theoretisch zu lernen", meint Rena Gassanov zu den Aufnahmen.
Das Teilthema "Flüchtlinge in einer Ausbildung" wurde im Palais und in der Handwerkskammer in Trier gefilmt. "Uns wurden viele Informationen über die verschiedenen Möglichkeiten für Flüchtlinge in ihrer Ausbildung erzählt. Diese Möglichkeiten beinhalten zum Beispiel eine Ausbildung im Palais zu machen", erklärt Marc Werner.
Der letzte Kurzbeitrag "Flüchtlinge in der Freizeit" wurde in der Sportakademie aufgenommen. Die Flüchtlinge erzählten uns, wie sie ihre Freizeit nach der Schule oder Arbeit gestalten. "Die zunächst anspruchsvolle Aufgabe wurde durch die tolle Kooperation der Flüchtlinge zu einem wahren Erlebnis, denn wir haben während der Zeit viele neue Menschen und ihre Kultur kennengelernt", erzählte uns ein Mitschüler, der diesen Beitrag gefilmt hat.
Die Moderationsgruppe hat am Schluss alle Kurzbeiträge zu einem gesamten Film zusammengeschnitten und diesen auch moderiert. Die Moderation wurde auf der Mariensäule in Trier aufgezeichnet. "Die Moderation war ziemlich einfach zu filmen und wir waren sehr zufrieden mit den anderen Gruppen, dass sie uns gut über ihre Filme informiert haben, da wir ja alle Filme miteinander verbinden mussten und das ist uns mit der Hilfe der anderen sehr leicht gefallen", sagt Onur Cenikli.
Unsere Eindrücke: Im Großen und Ganzen war es eine tolle Erfahrung. Die Arbeit mit den Flüchtlingen sowie mit den verschiedenen Betreuern und weiteren Personen gestaltet sich zu Anfang etwas schwierig, war am Schluss jedoch gut zu meistern. Es hat viel Spaß gemacht, sich mit so vielen neuen Menschen zu unterhalten und so viel Neues aus diesen Gesprächen mitzunehmen. Die verschiedenen Menschen waren sehr interessant, da jeder eine eigenen Geschichte hatte. Unsere Sicht auf die Flüchtlinge hat sich angenehm verändert, da wir am Anfang des Projektes nicht genau wussten, ob sich die Arbeit nicht schwer gestalten würde und es ein Kommunikationsproblem geben würde, doch dies haben wir gut gemeistert und sind sehr zufrieden mit dem Projekt und unserem Klassenergebnis.
"Es lag in der Eigenverantwortung der Schüler, Interviewpartner zu finden, Termine auszumachen, Drehorte zu suchen und ihr Rohmaterial zu einer sinnvollen Geschichte zusammenzuschneiden. Das kostete oft viel Zeit, Kraft und Nerven. Die Schüler erweitern aber nicht nur ihre Medienkompetenz, sondern vor allem auch ihre Sozialkompetenz und Teamfähigkeit. Jetzt können sie stolz auf ihr Ergebnis sein. Ich freue mich über das gelungene Projekt", sagt Ilka Polzin.
Michelle Gross und Julia Koster