Ab nach Finnland Ein Winterurlaub, wie er winterlicher nicht sein könnte

Ab nach Finnland : Ein Winterurlaub, wie er winterlicher nicht sein könnte

Bayern, Südtirol, Österreich oder doch lieber über die Weihnachtsferien zuhause bleiben? Aber warum nicht etwas Besonderes wagen und einen Winterurlaub mit Rentieren, Polarlichtern, Eishotels und Schlittenhunden erleben? Wo das alles und noch mehr möglich ist? In Finnland, natürlich!

Das Land der tausend Seen. Das Zuhause des Weihnachtsmanns. Geburtsort der Trockensauna, der nördlichen Melancholie, eine Hochburg des Tangos. Finnland hat viele Namen und noch mehr Gesichter. Finnland ist ebenso rau wie es schön ist. Finnland ist aber vor allem eines: Ein wahr gewordener Traum für alle Liebhaber der kalten Jahreszeit.

Als Winterdestination bietet das nördlichste aller skandinavischen Länder ein wahres Füllhorn an Möglichkeiten und an unvergesslich schönen Naturerlebnissen. Egal, ob man allein reist, die ganze Familie im Schlepptau hat oder als romantischer Winterurlaub für frisch Verliebte. Wer sich letzteres wünscht aber noch Single ist, der findet bestimmt über Dating-Portale die perfekte Reisebegleitung.

Doch bevor es in das verschneite Hinterland geht, wird man von einer kleinen, kompakten Stadt in Empfang genommen, die so unglaublich charmant ist, dass es fast schon kitschig wirkt.

Die erste Station: Das winterliche Helsinki

Die finnische Hauptstadt wirkt irgendwie komprimiert. Nicht eng, sondern vom Stadtbild her perfekt durchdacht. So als müsste man alle Features einer europäischen Kulturhochburg auf möglichst kleinem Raum darbieten. Was ja im Grunde auch so ist. Ein weiterer Faktor, der diesen ersten Eindruck bestärken mag, ist die dicke Schneedecke, die die Dächer, die Parks und die Küste bedeckt. Sobald man aber Helsinki etwas kennengelernt hat, fällt es dem einen oder anderen tatsächlich schwer, dieser kleinen, herzlichen City den Rücken zu kehren. Woran das liegt? Vielleicht an den zig Freizeit-Aktivitäten, die hier geboten werden. Perfekte Langlaufkonditionen im Stadtpark, Eis-Kiting in der zugefrorenen Bucht, Schlittenfahren mit den Kids, Eislaufen ... die Liste lässt sich noch sehr lange fortführen. Dann bietet Helsinki natürlich auch jede Menge Kultur und feinste Kulinarik. Und Tango. Die Finnen lieben diesen gefühlvollen Tanz, was an der Dramaturgie liegen mag: Südliche Rhythmen gepaart mit Tanzschritten, die mal schwermütig, mal leidenschaftlich mal arrogant wirken. Und doch kommt die Zeit, in der man Helsinki für ein paar Tage Ade sagt und sich abenteuerlustig in die raue, buchstäblich eiskalte Wintermärchen-Landschaft Finnlands begibt.

Wenn man im Eis-Hotel nachts raus muss ...

... und das noch nicht erlebt hat, entstehen im Geiste teils wirklich grausige Szenarien. Dass diese aber - zum Glück! - nicht der Wahrheit entsprechen, sorgt bei vielen Gästen dieser wunderschönen Iglo-Hotels für sichtbare Erleichterung. Wer in Finnland seinen Winterurlaub verbringt, der sollte sich mindesten eine Nacht in einem solchen Hotel gönnen. Die Auswahl ist gigantisch und in Sachen Komfort, Aufmachung und Service relativ breit gefächert. Klar: Desto tiefer man hier in die Urlaubskasse greift, desto exklusiver das Erlebnis. Doch Angst davor zu haben, dass man nachts auf der Toilette festfriert, das ist in jedem dieser Hotels unbegründet.

Das finnische Dreierlei der Schlittenfahrt

Um es direkt klarzustellen: Die Rede ist in diesem Fall von Schlitten, die gezogen werden und nicht solche, auf denen man Hänge und Berge hinunterbrettert. Als fleißiger Finnland-Urlauber sollte man sich jede dieser drei Schlitten-Erfahrungen gönnen.

1. Rentier-Schlitten.

Dies ist quasi das Mofa unter den drei Optionen. Man sitzt meist zu zweit eingekuschelt unter einer dicken Rentier-Decke (das Zugtier weiß davon nichts!) und lässt sich von einem Rentier-Schlitten-Führer etwas durch die märchenhafte Winterwelt kutschieren.

2. Hundeschlitten

Hier wird es schon deutlich anspruchsvoller. In der Regel bekommt man einen Schlitten an dem sechs bis acht aktionswütige Huskies geschnallt sind. Man wird kurz eingewiesen: "Hier die Bremse und so stehts du auf dem Schlitten. Du lenkst, indem du dein Körpergewicht verlagerst. Und die Hunde hören nicht auf dich, die rennen nur dem Leitschlitten nach." Und los geht’s!

3. Motorschlitten

Power! Mehr gibt es zum "Schlitten" kaum zu sagen. Wer Motorrad fährt, fühlt sich hier sofort wohl. Aber auch all jene, die zum ersten Mal auf so einer Maschine sitzen, finden sich schnell zurecht und erleben dann ein Winterabenteuer, das einfach nur Spaß macht.

Weitere finnische Out-Door-Aktivitäten

Was man sich unbedingt gönnen sollte, ist eine Fahrt auf einem Eisbrecher. Die Urlauber fahren je nach Veranstalter zunächst mit Motorschlitten auf das zugefrorene Meer, wo sie dann eines dieser imposanten Schiffe erwartet. Das Geräusch, das entsteht, wenn der Bug des Schiffes durch die teils mehrere Meter dicke Eisdecke bricht, ist ebenso ehrfurchtgebietend wie unvergesslich.

Gegen Muskelkater (vor allem nach der Hundeschlittenfahrt!) hilft Hitze. Und da ist man in Finnland in den aller besten Händen! Das Saunieren gehört hier zum Alltag. Ebenso wie die Schock-Abkühlung zwischen den Saunagängen mit einem Bad im bitterkalten Eiswasser.

Und - zu guter Letzt - die Suche nach den Polarlichtern. Wobei "Suche" das falsche Wort ist. "Warten" beschreibt diese Tätigkeit wesentlich besser. Und "Glück". Denn dieses traumhafte Geschenk gewährt Mutter Natur eher selten.

Fakt ist, dass ein Winterurlaub in Finnland mühelos alles in den Schatten stellt, was die typischen Winterdestinationen zu bieten haben.