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Burg Satzvey: Geschichte, Umbauten und Besichtigungen

Eifel : Burg Satzvey: Geschichte, Umbauten und Besichtigungen

Zeitreise ins Mittelalter gefällig? Auf Burg Satzvey am nordöstlichen Rand der Eifel in Mechernich wird Geschichte lebendig. Die mittelalterliche Wasserburg ist ganzjährig ein beliebtes Ausflugsziel.

Wie hoch liegt Burg Satzvey?

Burg Satzvey in der Eifel liegt gut 218 Meter über Normal Null. Die gut erhaltene Wasserburg aus dem Mittelalter befindet sich im Ortsteil Satzvey von Mechernich, das wiederum im Kreis Euskirchen am nordöstlichen Rand der Eifel liegt.

Wann wurde Burg Satzvey gebaut?

Die typische Wasserburg in Mechernich entstand wahrscheinlich im zwölften Jahrhundert. Das erste Mal urkundlich erwähnt wurde Burg Satzvey in der Eifel im Jahr 1368. Der damalige Lehnsherr, der Erzbischof von Köln, Engelbert III. von der Mark, bestätigte in der besagten Urkunde Otto von Vey als Vogt des Guthofs. Da es zwei Generationen später keinen männlichen Erben gab, gingen Vogtei und Burg durch die Enkelin Otto von Veys im Jahr 1391 an deren Ehemann Heinrich von Krauthausen über. Krauthausen errichtete 1396 das erste, ursprünglich freistehende Burghaus, das zweitstöckig und im gotischen Baustil gehalten war. Bis 1406 wurde die zweiteilige Bruchsteinanlage auf einer Insel im Tal des Veybachs finalisiert.

Im 15. Jahrhundert wurde die Anlage weiter ausgebaut und ihre Wehrhaftigkeit noch einmal erhöht. Denn anders als bei mittelalterlichen Höhenburgen verfügte Burg Satzvey nicht über einen natürlichen Schutz gegen Angreifer. Deshalb sollten Wassergräben Feinde abhalten. Zudem wurde im 15. Jahrhundert das Torhaus mit den Doppeltürmen gebaut, ein Zwinger angelegt und die Vorburg noch stärker befestigt.

Satzvey wechselte mehrfach den Besitzer. Die Burg in der Eifel gehörte in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts der Familie von Meller und befand sich nach 1512 im Besitz unterschiedlicher adeliger Familien. Welche genauen baulichen Veränderungen es zu der Zeit gab, ist nicht exakt dokumentiert. Man geht aber davon aus, dass sich Satzvey in der Zeit nicht sonderlich veränderte. Im Jahr 1561 fiel die Burganlage in Metternich an Wilhelm Spies von Büllesheim. Der Kölner Erzbischof unterstützte ihn bei der Übernahme von Burg Satzvey. Der Burgherr Spies von Büllesheim hatte nicht lange Freude an der Burg in der Eifel, denn bereits 1578 – also gut 17 Jahre später – besetzte Wilhelm V. der Reiche, Herzog von Jülich, Satzvey. Drei Jahre später musste Spies von Büllesheim dem Landesherren von Jülich einen Treueeid leisten.

Zum Ende des 16. Jahrhunderts wurde aus der Vogtei ein reichsunmittelbarer Herrschaftssitz. Im Jahr 1747 verkaufte Johann Spies von Büllesheim Satzvey an Karl Otto von Gymnich. Die Gymnicher Linie erlosch 1882, weshalb die Wasserburg in der Eifel an den Reichsgrafen Dietrich Wolff Metternich zur Gracht überging. Den überlieferten Dokumenten nach hatte es bis zu diesem Zeitpunkt seit dem 16. Jahrhundert keine weiteren nennenswerten baulichen Veränderungen der Burganlage gegeben. Ende des 19. Jahrhunderts sorgte Dietrich Wolff Metternich zur Gracht dafür, dass Satzvey umfangreich renoviert und erweitert wurde. Aus der stark durchs Mittelalter geprägten und teils heruntergekommenen Burganlage wurde ein repräsentativer Herrschaftssitz.

Das heutige Erscheinungsbild der Burg stammt wesentlich aus dem 19. Jahrhundert: Die Wassergräben wurden damals trockengelegt, das Burghaus wurde durch zusätzliche Anbauten erweitert, und es wurden neue Türme gebaut. Auch die Vorburg veränderte sich: Es entstanden Marställe und ein Gutshof mit Wirtschaftsgebäuden. Die Baumaßnahmen wurden auf der Grundlage der vorhandenen Bausubstanz aus dem 15. Jahrhundert umgesetzt.

Kriege gingen größtenteils an der Burg vorüber, doch im Zweiten Weltkrieg wurde auch Satzvey stark beschädigt. 1942 übernahm Reichsgräfin Adeline Wolff Metternich zur Gracht die Burg an Stelle ihres Bruders Dietrich, der im Krieg gefallen war. Sie heiratete zwei Jahre später Franz Josef Graf Beissel von Gymnich, wodurch die Burganlage in den Besitz der Grafen Beissel von Gymnich überging. Das Paar lebte auf Satzvey, ihre vier Söhne wurden ebenfalls dort geboren. Gymnich junior veranstaltet seit 1981 Ritterspiele und andere Veranstaltungen historischer Art auf der Burg, sodass Satzvey über die Landesgrenzen hinaus Bekanntheit erlangte.

Wem gehört Burg Satzvey?

Auch heute noch befindet sich die Burg im Familienbesitz, laut dem offiziellen Internetauftritt von Burg Satzvey ist sie der Wohn- und Stammsitz der Familie der Grafen Beissel von Gymnich. Seit Beginn des Jahres 2012 kümmert sich die Patricia Gräfin Beissel GmbH um verschiedene Veranstaltungen auf der historischen Anlage. Das Motto lautet „Erhaltung durch Unterhaltung“.

Kann man Burg Satzvey besichtigen?

Die Burganlage in Metternich in der Eifel kann heute noch besichtigt werden, beispielsweise im Rahmen einer Burgführung. Das Gelände der Burg ist zudem für Besucher frei zugänglich. Wer das Innere von Burg Satzvey bestaunen möchte, sollte eine Burgführung buchen. Weitere Informationen dazu bietet die Internetpräsenz von Burg Satzvey. Veranstaltungen mit mehreren Personen, beispielsweise Firmenfeiern oder private Feierlichkeiten wie Hochzeiten oder runde Geburtstage können ebenfalls auf der Burg in der Eifel gefeiert werden.

Weitere Informationen und Möglichkeiten zur Kontaktaufnahme bietet auch hier die Homepage. Beliebt sind auch die zahlreichen öffentlichen Veranstaltungen der Patricia Gräfin Beissel GmbH, die auf Burg Satzvey stattfinden. Kleine und große Besucher können sich beispielsweise bei den Ritterfestspielen, dem Hexenfest, dem Ostermarkt oder aber der Burgweihnacht auf eine Zeitreise ins Mittelalter begeben. Musik-Veranstaltungen und Theateraufführungen sowie verschiedene Bühnenshows runden das Angebot ab.