Klimaschutz trifft Wirtschaft – Kampf in luftiger Höhe

Kampf in luftiger Höhe : Klimaschutz trifft Wirtschaft

Fliegen wird billiger und das Streckennetz attraktiver. Zwar stehen dem Umstand Klimaaktivisten gegenüber, nur ändern wird sich in nächster Zeit nicht viel daran. Eher im Gegenteil.

Genauso schnell wie Billigairlines auf den Markt kommen, verschwinden sie wieder oder tauchen in neuem Design bei einer Konzernmutter wieder auf. Die Lauda Air wanderte zum Beispiel von Österreich über Deutschland bis zu Großbritannien. Während ihrer vergleichsweise kurzen Lebensspanne bringen diese Fluggesellschaften einiges durcheinander und sogar Traditionsunternehmen wie der Lufthansa schlägt das massiv auf den Gewinn. Was den Fluggesellschaften noch zu schaffen macht, ist die EU-Fluggastrechteverordnung, denn diese zwingt zu Pünktlichkeit - notfalls mit hohen Entschädigungszahlungen.

Andererseits zählt die Luftfahrtbranche zu den Gewinnern, wenn es um Zuwächse geht. Seit einigen Jahren bewegen sich diese im zweistelligen Bereich. Dass sich das in den kommenden Jahren nicht wesentlich ändern wird, hängt damit zusammen, dass die Lust an Urlaubsreisen steigt. Das wiederum hängt mit den billigen Ticketpreisen zusammen und die werden - Kerosinsteuer hin oder her - weiterhin eher im niedrigen Segment bewegen. Vom Passagierkampf über die Preisschiene werden sich die Airlines wohl kaum verabschieden. Europaweit gibt es kein Unternehmen, das nicht am Ausbau des Streckennetzes feilt. So beginnt kommenden Winter die TUIFly mit der Erweiterung des Langstreckennetzes.

Wenn allerdings die Flüge zunehmen, führt das auch zu mehr Verspätungen. Zwar sorgte dir rigorose Rechtsprechung dafür, dass Airlines pünktlicher wurden, nur müssen Flughäfen ihre Slots an der maximalen Auslastung planen und das kann zu einem gewaltigen Chaos führen. Wenn an einem Flughafen statt geplanten 30 Starts pro Stunde nur noch 20 stattfinden können und das über mehrere Stunden, bringt das den Flugverkehr in ganz Europa durcheinander. Experten rechnen damit, dass Verspätungen in den nächsten Jahren eher zu als abnehmen werden.

Anspruch auf Entschädigung

Bei Verspätungen sieht die EU-Fluggastrechteverordnung vor, dass ab einer zumindest zwei Stunden späteren Ankunft am Zielort eine Entschädigung bezahlt werden muss. Die Sätze dafür hängen im Wesentlichen von der zurückgelegten Distanz ab.

● Kurzstreckenflüge
bis 1500 Kilometer und ab zwei Stunden Verspätung:
250,-

● Mittelstreckenflüge
von 1500 bis 3500 Kilometer und ab drei Stunden Verspätung:
400,-

● Langstreckenflüge
ab 3500 Kilometer und ab vier Stunden Verspätung:
600,-

Befreit von diesen Entschädigungszahlungen sind Fluggesellschaften nur, wenn ein außergewöhnlicher Umstand zur Verspätung geführt hat. Naturgemäß ist das auch der erste Einwand, wenn Passagiere einen Entschädigungsanspruch geltend machen wollen. Wenn Ihr Flug Verspätung hat, lohnt es sich dennoch hartnäckig zu bleiben.

Vor allem der Rechtsprechung des EuGH ist es zu verdanken, dass die meisten Gründe, die vor ein paar Jahren noch unter außergewöhnlich fielen, nunmehr zum normalen Betrieb einer Fluggesellschaft zählen. Für Konsumenten problematisch ist jedoch, dass sie den Aufwand scheuen, ihr Recht auch durchzusetzen. Zum einen sieht man sich mit einer Rechtsabteilung konfrontiert, die zum Teil abschreckende Argumente vorbringt und dann kommt zusätzlich ein eventuelles Prozesskostenrisiko hinzu.

An dieser Stelle besteht die Möglichkeit, sich an eine der Fluggastportale wie etwa Flightright, AirHelp oder Euclaim zu wenden. In erster Linie spricht die Erfahrung dafür, denn sie waren es auch, die strittige Fälle bis zu den Höchstgerichten brachten, um Rechtssicherheit zu erlangen. Daneben wird auch das Prozesskostenrisiko übernommen, falls es überhaupt dazu kommt. Im Regelfall ist der Anspruch nämlich außergerichtlich binnen kurzer Zeit erledigt.