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Nationalpark Eifel: Was es dort zu sehen und zu erleben gibt

Freizeit : Nationalpark Eifel: Was es dort zu sehen und zu erleben gibt

Im Nationalpark Eifel darf sich die Natur frei entfalten. Man kann dort übernachten, die Landschaft bei einer Wanderung erkunden und auch mit der ganzen Familie die Natur erkunden.

Was ist das Besondere am Nationalpark Eifel?

Der Nationalpark Eifel liegt idyllisch im Grünen, im Norden der Eifel auf dem Gebiet des Mittelgebirges, an der Grenze zu Belgien. Eingerichtet wurde das 110 Quadratkilometer große Naturareal im Jahr 2004 als Nationalpark mit dem Ziel, der Natur ihren Raum zu lassen. Er ist der erste Nationalpark Nordrhein-Westfalens, der 13. deutschlandweit. Mit der Errichtung eines Nationalparks in der Region sollen mindestens 75 Prozent der ausgezeichneten Flächen spätestens bis 2034 gänzlich der Natur überlassen werden.

Das Gelände besteht aus zahlreichen Laub- und Nadelwäldern, einigen Seen und Bächen sowie offenen Wiesen. Der Wald macht im Nationalpark Eifel rund 75 Prozent der Fläche aus. Rund 8.200 Hektar bestehen zu 40 Prozent aus Fichtenwäldern, 22 Prozent aus Eichenwäldern, zu 16 Prozent aus Buchen- und zu neun Prozent aus Kiefernwäldern. Knapp vier Prozent des Areals ist mit Laubwald bedeckt.

Ein Großteil des Waldes im Nationalpark Eifel wurde bei Errichtung des Naturschutzgebietes unter sogenannten Prozessschutz gestellt. Damit durften etwas über 4000 Hektar nicht mehr genutzt werden, damit diese sich möglichst ungestört entwickeln und so eine natürliche Flora und Fauna neu entstehen kann. Insgesamt sollen bis 2034 knapp 9.500 Hektar Wald, also gute 87 Prozent der Fläche den Nationalpark ausmachen.

Rund 11.000 Tier- und Pflanzenarten sind im Nationalpark Eifel beheimatet, von denen gut ein Fünftel vom Aussterben bedroht ist und auf den Roten Listen stehen. Die größte und artenreichste Gruppe der Fauna ist die der Insekten mit insgesamt gut 1.300 verschiedenen Arten. Darüber hinaus konnten im Nationalpark Eifel fast 2.000 verschiedene Pilzarten nachgewiesen werden. Viele Spinnen, Schnecken und Muscheln sowie verschiedene Farn- und Blütenpflanzen haben sich im Naturschutzgebiet ausgebreitet und vermehrt. Auch Rothirsche sind im Nationalpark heimisch geworden. Auch wenn der Mensch so wenig wie nur möglich in die Entwicklung des Nationalparks eingreifen soll, so haben Mitarbeiter des Parks doch ein Auge darauf und dokumentieren die Ausdehnung von Populationen oder Veränderungen der Tier- und Pflanzenwelt.

Bei welcher Stadt liegt der Nationalpark Eifel?

Das Naturschutzgebiet des Nationalparks Eifel erstreckt sich über eine so große Fläche, dass es nicht allein in einer Stadt liegt, sondern gleich mehrere Städte tangiert. Insgesamt sind es neun „Nationalpark-Kommunen“, die mit einem Teil ihres Stadtgebiets den Nationalpark Eifel bilden. Die neun Kommunen sind Heimbach, ein historischer Wallfahrtsort im Rurtal, Hellenthal, Hürtgenwald mit seinem berühmten Bergsteiner Aussichtsturm, Kall, Mechernich, der Luftkurort Monschau mit seinen bekannten Fachwerkhäusern an den Hängen des Rurtals, die ehemalige Herzogstadt Nideggen, Schleiden mit der Dreiborner Hochfläche und die Urfttalsperre sowie Simmerath.

Welche beiden Seen liegen im Nationalpark Eifel?

Zu sehen gibt es im Nationalpark Eifel zwei wunderbare Seen, den Rurstausee und den Urftstausee. Beide entstanden an Talsperren. Die Urfttalsperre in der Nordeifel wurde 1905 mit einer knapp 60 Meter hohen und 226 Meter langen Staumauer errichtet. Sie staut den knapp 50 Kilometer langen Nebenfluss der Rur bei Euskirchen zu einem rund zwei Quadratkilometer großen See zusammen. Die Rurtalsperre wurde deutlich später erst 1938, dafür aber auch deutlich größer errichtet. Zwischen Aachen und Düren wird die Rur zu einem fast acht Quadratmeter großen See gestaut.

Kann man im Nationalpark Eifel übernachten?

Tatsächlich bietet der Nationalpark Eifel nicht nur um das Naturschutzgebiet herum, sondern auch mittendrin zertifizierte Übernachtungsmöglichkeiten. Insgesamt gibt es gut 40 Unterkunft- und Gastronomiebetriebe, die in der Nationalparkregion der Eifel mit der Marke „Nationalpark-Gastgeber“ ausgezeichnet sind. Damit sind sie nicht nur vom Nationalpark zertifizierte Hotels, Jugendherbergen, Pensionen, Restaurants oder Campingplätze, sondern müssen auch gewissen Qualitätsstandards einhalten. Darunter zählt auch, dass sie den Gästen einen umweltverträglichen und nachhaltigen Aufenthalt garantieren.

Was bietet der Nationalpark Eifel für Familien?

Im Nationalpark Eifel ist jeden ersten Sonntag im Monat sowie dienstags und donnerstags während der Ferien Familientag. Das bedeutet, dass Familien mit Kindern an kostenfreien Führungen teilnehmen können. Außerdem bietet der Nationalpark Eifel Kindern die Möglichkeit die Natur mit all ihren Sinnen zu erfahren. Ein Junior-Ranger bietet kostenfreie Familientouren an. Der junge Ranger erklärt Kindern den Park auf Augenhöhe, wobei auch Eltern und Großeltern von diesem Angebot profitieren.

Darüber hinaus lädt der Nationalpark in den NRW-Sommerferien Kinder und Jugendliche zwischen sieben und 15 Jahren zum Wildniscamp ein. In den Sommer- und Herbstferien bietet das Naturschutzgebiet zusätzlich mittwochs einen halbtägigen Ferienspaß an. Hier werden Erkundungstouren zur Ausstellung „Wildnis(t)räume“ unternommen, die sich an abenteuerlustige Kinder zwischen acht und zwölf Jahren richtet. Das ganze Jahr über können familiengerechte Führungen gebucht werden. Auch ein unvergesslicher Kindergeburtstag lässt sich im Nationalpark Eifel organisieren.

Welche Wanderungen kann man im Nationalpark Eifel unternehmen?

Insgesamt bietet der Nationalpark Eifel gute 240 Kilometer an Wanderwegen. Auch Radfahrer dürfen auf insgesamt knapp 100 Kilometern den Park erkunden. Für Reiter ist ein 65 Kilometer langer Streckenweg ausgewiesen. Der Nationalpark bietet Wanderfreunden und begeisterten Naturkundlern verschiedene Thementouren.

Der Wildnis-Trail im Nationalpark Eifel etwa führt in vier anspruchsvollen Etappen und auf einer Strecke von rund 85 Kilometern durch das Naturschutzgebiet. Der Trail wurde 2007 angelegt, die Etappen sind als Tagestouren von vier bis sieben Stunden angelegt, in denen auf Strecken zwischen 18 und 25 Kilometern bis zu 1000 Höhenmeter überwunden werden müssen. Doch die Strapazen lohnen sich für jene, die die Schönheit der unberührten Natur zu schätzen wissen. Erwandern kann man sich den Nationalpark Eifel über das ganze Jahr. Die erste Etappe etwa – von Höfen bis Einruhr – ist die anspruchsvollste mit 24,7 Kilometern Länge und einer geschätzten Wanderzeit von guten 6,5 Stunden. Gute 1200 Höhenmeter müssen hier bezwungen werden. Dafür werden die Mutigen mit eindrucksvollen An- und Aussichten entlohnt. Auf der Strecke lässt sich beispielsweise eindrucksvoll sehen, was der Orkan Kyrill 2007 im Fichtenwald des Areals anstellte und wie der Wald die Sturmschäden von alleine überwindet. Außerdem laufen die Wanderer hier im Frühjahr durch Bruch- und Auenwälder, vorbei an leuchtendgelben Narzissen-Wiesen.

Die zweite Etappe mit 20,5 Kilometern Länge und einen Höhenunterschied von knapp 1050 Metern klärt neben dem Wandel der Natur auch historisch auf und führt zur Burg Vogelsang, in der die Nazis wüteten und in der zuletzt das belgische Militär stationiert war.

Den Buchenwald des Kermeters mit seiner Tier- und Pflanzenwelt erleben die Besucher auf der dritten und 22,4 Kilometer langen Etappe. Im Schutz dieser Wälder leben rund 1000 Wildkatzen, die sich den Wanderern allerdings nur selten zeigen. Auf der 22,5 Kilometer langen Strecke gibt es überdies noch die Abtei Mariawald, die Burg Hengebach sowie die Antwerpener Retabel in der Pfarrkirche Heimbach zu sehen. Die vierte, letzte und mit 17,7 Kilometern kürzeste Etappe schließlich führt durch die Eichenwälder des Hetzinger Waldes.