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Offene Fragen nach Absage der weltgrößten Reisemesse

Gesundheit : Offene Fragen nach Absage der weltgrößten Reisemesse

Die ITB in Berlin gilt als wichtigster Treffpunkt der weltweiten Reisebranche. Dieses Jahr fällt sie dem Coronavirus zum Opfer. Auch die für viele Winzer in der Region wichtige Messe ProWein in Düsseldorf wird verschoben.

()  Nach Absage der weltgrößten Reisemesse ITB in Berlin wegen der weltweiten Ausbreitung des Coronavirus sind die Konsequenzen für die Branche wie für den Veranstalter noch unklar. Dazu gehört die Frage möglicher Entschädigungen für Aussteller und andere Unternehmen, die zum Beispiel Messestände angemietet oder gebaut, Hotels und Flüge gebucht haben. „Wir versuchen, uns einen Überblick zu verschaffen, sagte Messesprecher Emanuel Höger am Sonntag, zwei Tage nach der Absage. Die Messe Berlin stehe mit ihren Kunden in engem Kontakt. Ein Teil wolle trotz Absage nach Berlin kommen, um Geschäftskontakte zu knüpfen oder Verträge abzuschließen. Das gehe auch im Hotel statt auf der Messe. Ob die ITB eine Ausfallversicherung hat, konnte Höger nicht sagen.

Das Bundeswirtschaftsministerium stellte eine Prüfung der Frage von Entschädigungen in Aussicht. „Wir müssen uns jetzt die einzelnen Fälle genau ansehen und prüfen“, sagte eine Sprecherin und verwies auch auf andere abgesagte Messen.

Die Messe Berlin hatte die ITB am Freitag fünf Tage vor dem geplanten Beginn abgesagt, nachdem die zuständigen Behörden Auflagen im Hinblick auf den Gesundheitsschutz deutlich verschärft hatten. Zuvor hatten sich bereits einige Aussteller zurückgezogen. Eigentlich sollte die fünftägige Messe mit rund 10 000 Ausstellern und zuletzt bis zu 160 000 Besuchern an diesem Mittwoch beginnen.

Ausstellern und Messegesellschaft, aber auch Berliner Hoteliers, Gaststätten, Taxibetrieben und Einzelhändlern entgeht durch die Absage viel Geld. Nach einer Umfrage der Veranstalter schloss die Reisebranche auf der ITB 2019 Geschäfte mit einem Umsatzvolumen von rund sieben Milliarden Euro ab. Hinzu kommen Millionensummen, die Aussteller und Messebesucher nun nicht in der Stadt ausgeben.

Weltweit fallen zahlreiche größere und kleinere Ausstellungen und Messen der Sorge vor dem Coronavirus zum Opfer. In Genf war am vergangenen Freitag der Autosalon abgesagt worden – zu groß das Risiko einer Corona-Verbreitung, wenn Hunderttausende aus aller Welt anreisen.

Auch die für viele Winzer in der Region wichtige Messe ProWein in Düsseldorf wird wegen der Ausbreitung des Corona-Virus verschoben.  „In enger Abstimmung mit allen beteiligten Partnern wird zeitnah über einen alternativen Messetermin beraten, um größtmögliche Planungssicherheit zu garantieren“, teilte die Düsseldorfer Messe mit. Mit der ProWein in Düsseldorf in Nordrhein-Westfalen starten traditionell viele Weingüter in die Saison. Auf der international bedeutenden Fachmesse für Weine und Spirituosen wollten sie vom 15. bis 17. März ihren 2019er Jahrgang vorstellen, den Betrieb präsentieren und neue Kunden auf sich aufmerksam machen. Von den erwarteten 6800 Ausstellern, die 295 Anbaugebiete in 60 Ländern repräsentieren, kommen die meisten aus Italien.  Dort gibt es aber auch aktuell die meisten Coronavirus-Erkrankten in Europa.

Es mache durchaus Sinn, dass derzeit solche Messen abgesagt oder verschoben werden, sagt der Vorsitzende der Landesärztekammer, Günther Matheis. Er warnt aber davor, bereits jetzt später im Jahr stattfindende Großveranstaltungen infrage zustellen.

Laut einer Umfrage will rund jeder dritte Deutsche (35 Prozent) wegen des  Coronavirus auf Auslandsreisen verzichten.

(dpa)