Wie Sie seriöse Reiseanbieter ausfindig machen

Reisebüro oder Internet? : Wie Sie seriöse Reiseanbieter ausfindig machen

Der nächste Urlaub ist dank moderner Urlaubsportale im Netz stets nur wenige Klicks entfernt. Schnell fallen regelmäßigen Nutzern die unterschiedlichen Preise für Flüge und Hotelzimmer ins Auge. Und auch der Service einiger Anbieter lässt zu wünschen übrig.

Der große Test der Reiseportale zeigt auf, welche Reiseportale wirklich günstige Angebote ohne Hintertür bieten und wo Sie vor dem Buchen lieber zweimal hinsehen sollten.

Ob Sommer oder Winter, die Deutschen verreisen gern und scheuen auch für kurze Urlaube weit entfernte Ziele nicht. Da lohnt sich der Blick auf eines von zahlreichen Reiseportalen. Die Anbieter versprechen günstige Flüge, umfassenden Service und Hotels in bester Lage. Netztip hat den Test gemacht und sich die Portale näher angesehen. Wir werten die erstaunlichen Ergebnisse für Sie aus.

Reisebüro oder Internet? Diese Vorteile wiesen Reiseportale online auf

Die klassische Reisebuchung über ein Reisebüro ist in den Köpfen vieler Urlauber fest verankert. Tatsächlich bieten Reisebüros einen Service, der bei praktisch jeder Reisesuchmaschine fehlt:

Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Buchung für Menschen, die mit dem Internet eher schlecht als recht zurechtkommen. Besonders ältere Menschen lassen sich von Angeboten locken ohne das Kleingedruckte zu lesen. Während sie im Reisebüro einen Ansprechpartner vorfinden, der ihnen die Konditionen erklärt, fehlt diese Beratung online.

Online Reisebüros im Test wiesen jedoch durchgängig gute Preisvergleichstools auf. So lassen sich Anbieter beispielsweise von günstig nach teuer sortieren. Kundenbewertungen geben einen realistischen Einblick in das jeweilige Hotel oder Gesamtpaket. Auch die Möglichkeit der Buchung vom Sofa aus ist bequem und lässt dem Reisenden alle Freiheiten.

Beide Möglichkeiten haben somit Vor- und Nachteile, wobei für den Test nur online nachgesehen wurde, wie es wirklich um den Service steht.

Foto: Envato Elements/DC_Studio

Günstige Reiseanbieter: Diese Reiseportale wurden getestet

Die Reiseportale Liste umfasste für diesen Test alle relevanten Onlineanbieter. Verschiedene 13 Urlaubsportale wurden getestet. Jedes Reisevergleichsportal wurde nach drei Kriterien bewertet.

Unter dem Punkt "Buchen" ging es um die Einfachheit und Strukturierung des eigentlichen Buchungsvorganges. Wie viele Klicks benötigen die Kunden für eine Buchung, wie gut sind die Angebote beschrieben und wie sicher ist die Eingabe der Daten?

Die "Reisesuche" wurde danach bewertet, ob und wie der Kunde findet, was er wirklich sucht. Reichte ein Stichwort, oder mussten konkrete Daten angegeben werden? Viele Portale fordern die Angabe konkreter Orte statt Länder und können selbst keine relevanten Vorschläge unterbreiten.

Der Bewertungspunkt "Kundenservice" ging darauf ein, wie gut eine Anfrage funktionierte. Boten die Portale beispielsweise einen Livechat oder einen dauerhaft besetzten Support an, oder waren Reisende allein gelassen mit ihrer Frage? Auch Test-Emails wurden verschickt - mit ernüchterndem Ergebnis.

Unter den 13 getesteten Seiten waren ältere Reiseanbieter wie TUI, Neckermann und ITS. Auch Expedia und Weg.de sind schon länger etabliert. Viele von ihnen konnten nicht überzeugen. Travelscout24, Check24, Opodo und andere Reisesuchmaschinen ähneln sich im Marketing ihrer Angebote. Aber konnten sie auch alle gleichwertige Leistung liefern?

Möchten Sie wissen über welches Online Reisebüro Sie am besten buchen sollten? Dann empfehlen wir aktuelle Vergleichstest für die besten Reiseportale. Wie auch in diesem Jahr waren die Ergebnisse wieder spannend. Es wurde aufgedeckt mit welchen Manipulationen manche Reiseportale arbeiten. Hier gelangen Sie zum Testbericht.

Kundenservice: Mangelhafter Service bei namhaften Anbietern

Bei der Buchung von Urlaubsangeboten, besonders Last Minute, muss es oft schnell gehen. Eine Fehlermeldung oder Falschbuchung kann hier einen Preisvorteil zu Nichte machen und den Urlauber teuer zu stehen kommen.

Darum ist der Kundenservice auf dem Reisevergleichsportal essentiell für die gesamte Nutzungserfahrung. Alteingesessene Reiseanbieter wie Neckermann sollten dies eigentlich wissen, doch sie fielen im Test besonders schlecht auf.

Unter einer Minute Wartezeit konnte der Testsieger Travelscout24 seine Kunden telefonisch beraten. Fast zwanzig Minuten waren es beim absoluten Verlierer Opodo. In einem echten Buchungsszenario wären die Angebote in dieser Zeit bereits ungültig gewesen und der Kunde würde deutlich mehr Geld für die gleiche Reise zahlen müssen.

Dieser Test machte auch deutlich, dass der Gebrauch einer Urlaubssuchmaschine reale Vorteile für alle hat, die ihr Budget niedrig halten möchten. Travelscout24 ist ein typischer Onlineanbieter, der seit einigen Jahren den Reisebereich kontinuierlich erobert.

Wenn es diesem Portal möglich ist, in unter einer Minute einen Mitarbeiter zu verbinden, der konkrete Hilfestellung bieten kann, liegt es nicht an dem Medium, dass andere Anbieter online versagen.

Support ist immer auch ein Qualitätsmesser für die Arbeitsweise der Anbieter. Ein Supportcenter einzurichten kann kostenintensiv sein, zahlt sich jedoch schnell durch zufriedene Kunden aus, die immer wieder über den gleichen Anbieter buchen. Wer an dieser Stelle spart, hat kein Interesse an gutem Service. Dazu passt, dass die Tester auf eine Mailanfrage nie eine Antwort erhielten.

Günstig? So manipulieren die Reiseanbieter die Preise

Tests zeigen deutlich: Reiseportale manipulieren die Preise für Urlauber bewusst und das ganz individuell. Der Einsatz von Algorithmen in jeder Urlaubssuchmaschine ist natürlich unvermeidbar.

Bei dieser Gelegenheit nehmen sich die Anbieter die Freiheit, der Suchmaschine noch ein paar Extras mit auf den Weg zu geben. Unter dem Schlagwort "Preisdiskriminierung" fassen Experten alle Mechanismen zusammen, die Preise dynamisch anpassen, allein aufgrund der verwendeten Hard- und Software.

Die Experten waren im Test besonders überrascht davon, dass schon die Nutzung unterschiedlicher Browser wie Google Chrome und Internet Explorer den Preis veränderte. Offenbar werden Internet Explorer Nutzer von dem fraglichen Reisevergleichsportal für weniger technisch versiert und ausgabewilliger gehalten als die Chrome Nutzer. Sie erhielten 10 Euro Aufschlag für ein Angebot, das auf Chrome 289 Euro wert war.

Tatsächlich sind Urlaubsportale natürlich nicht die einzigen Vertriebsplattformen im Netz, die Preisdiskriminierung betreiben. Sogar die Shops großer, bekannter Anbieter passen ihre Preise an.

In Form von Blitzangeboten, Vorschlägen, die angeblich individuell vergünstigt wurden und variablen Preisspannen, die sich an den Nutzer anpassen, vergeben sie individuelle Preise für jeden Käufer. So kann es passieren, dass zwei Menschen, die mit dem Notebook nebeneinander sitzen und den gleichen Artikel betrachten, völlig verschiedene Angebote erhalten.

Dieses Vorgehen ist jedoch ein weiterer Grund, warum günstige Reiseanbieter online bessere Angebote liefern können als das Reisebüro. Der Mitarbeiter des Reisebüros hat diese Möglichkeiten nicht.

Er kann den üblichen Preis für eine Reise allen Kunden gleichermaßen anbieten und lediglich die Optionen variieren. Der eine Kunde bucht also Vollpension günstig als ein anderer ein Halbpensionspaket, weil letzterer schlicht keine Vollpension wollte. Darin erschöpft sich die Variabilität der Preise im Büro offline.

Buchung online? So schnitten die Reiseportale der Liste ab

Wenn das Kerngeschäft günstiger Reiseanbieter aus der Buchung von Reisen besteht, sollte man annehmen, diese Disziplin würden alle Urlaubsportale mit Leichtigkeit meistern. Dem war im Test allerdings nicht so. Auch hier erreichten einige Portale nur ein "Gut". Der Buchungsprozess war teils so umständlich, dass er lange dauerte und es Geduld benötigte, um die Bezahlung abzuschließen.

Außerdem fügten einige Anbieter im Test Sonderoptionen hinzu, die der Kunde erst beim Bezahlen bemerkte, beispielsweise Flughafentransfer, Reiserücktrittsversicherung und andere Kleinigkeiten, die das Angebot selbst jedoch verteuerten. Hier überzeugte mit einer Note von 1,1 der Anbieter Expedia in Sachen Kundenfreundlichkeit.

Tipps der Profis beim Buchen über Reiseportale der Liste im Test

Tipps zum generellen Gebrauch von Reisevergleichsportalen, betreffen beispielsweise die idealen Urlaubsmonate, wie lange im Voraus Sie buchen sollten und zu welcher Tageszeit Angebote am günstigsten sind.

Allerdings geht es auch um grundlegende Fragen. Wie reisen Sie beispielsweise am besten zum Flughafen an? Lässt sich auch hier sparen? Wichtiges Fazit aller Tests ist es, sich nie auf eine einzelne Urlaubssuchmaschine zu verlassen. Egal wie attraktiv das Angebot, es gab fast immer einen Konkurrenten, der ein besseres bereithielt.

Die Preisunterschiede im Rahmen einer langen Reise können viele hundert Euro betragen und das Budget verdoppeln oder so deutlich unterbieten, dass für den Urlaub selbst vor Ort ein größerer Betrag zur Verfügung steht.

Einer der wichtigsten Tipps betraf den Abschluss von Versicherungen. Viele günstige Reiseanbieter schlagen einen beträchtlichen Beitrag für die Reiserücktrittsversicherung auf. Diese zahlt dann jedoch nur im Ausnahmefall, beispielsweise bei schwerer Krankheit.

Einige Anbieter wiesen außerdem auf den Abschluss einer Auslandsreise-Krankenversicherung hin, ohne zu erwähnen, dass es sich hierbei natürlich um einen dauerhaften Zusatzbeitrag handelt. Der Tipp der Experten: Versicherungen genau prüfen und lieber separat abschließen.

Fazit: Dieser Reisesuchmaschine können Sie vertrauen

Die Test-Ergebnisse stellen natürlich nur einen Ausschnitt der Urlaubsportale dar. Dennoch konnte ein klarer Sieger gekrönt werden. Mit einer Gesamtnote von 1,2 wurde Travelscout24 als beste Reisesuchmaschine ermittelt. Absoluter Verlierer mit einem Schnitt von 3,5 wurde Opodo. Hier überzeugte lediglich das Buchungsverfahren.

Wer seinen Urlaub 2019 online buchen möchte, sollte also nicht darauf vertrauen, dass die Reisesuchmaschine der Wahl allein wirklich das beste Angebot bereithält. Bereits Verzögerungen im Service und ständig wechselnd variable Angebotspreise sollten Kunden genauer hinschauen lassen. Im Zweifel genügt auch ein Browserwechsel, um ein besseres Suchergebnis zu erzielen.

Mehr von Volksfreund