Wohnmobil-Urlaub: Die nachhaltige Alternative

Mit dem Wohnmobil auf Reisen gehen : Wohnmobil-Urlaub: Die nachhaltige Alternative

Mit der wachsenden Dringlichkeit in Sachen Klimaerwärmung, die spätestens seit dem Ergebnis der Europawahl in aller Munde ist, nimmt auch das Bewusstsein für eine umweltbewusste und klimafreundliche Lebensweise in der Bevölkerung zu.

Es wird Plastik vermieden, auf Öko-Strom umgestellt und öffentlich demonstriert. Wenn es allerdings ums Reisen geht, sind viele noch ratlos. Gibt es mehr Alternativen als einen Urlaub auf dem Rad? Was viele überrascht, ist, dass der Urlaub im Wohnmobil eine nachhaltige Alternative zu verrufenen Flugreisen darstellt.

Nachhaltig mit dem Wohnmobil unterwegs — geht das?

Wie stark das Reisen im Flugzeug die Umwelt belastet, ist hinlänglich bekannt. Doch was ist die Alternative? Schließlich haben Autos oder gar große Wohnmobile als Spritschleudern alles andere als ein gutes Image, nicht zuletzt seit der Diesel-Affäre. So mancher mag denken "wie groß kann der Unterschied schon sein?”. Doch der Schein trügt, denn die Differenz ist beträchtlich.

Studien, wie etwa vom Öko-Institut belegen, dass ein Urlaub mit dem Wohnmobil deutliche nachhaltiger ist als mit dem Flugzeug oder sogar dem Pkw mit Hotel-Übernachtungen. Dabei wird bei einem Trip im Camper vergleichsweise weniger CO2 ausgestoßen als bei Flugreisen, Hotelurlauben oder der Reise mit dem Kreuzfahrtschiff. Insbesondere während der Sommermonate muss ein Wohnmobil nicht geheizt werden, was den Energieverbrauch zusätzlich einschränkt. Pro Person fallen somit nur 1,5 kg CO2 pro Übernachtung an.

Vor allem beim Vergleich mit den stetig zunehmenden Flugreisen, ist der Unterschied nicht von der Hand zu weisen. Bei einem Flug werden nämlich nicht nur Kohlendioxid, sondern zahlreiche weitere Treibhausgase ausgestoßen. Während Mittel- und Langstreckenflügen wirken sich aufgrund der Flughöhe auch Treibwerksemissionen wie Stickoxide, Wasserdampf und Schwefeloxide negativ auf das Klima aus.

Aber auch den *Vergleich mit Hotelaufenthalten gewinnt das Wohnmobil. Denn allein der Betrieb eines Hotels benötigt viel Energie, für den Küchenbetrieb bis hin zur Wäscherei. Vor allem ein Campingurlaub spart Wasser und Strom. Viele der Fahrzeuge sind inzwischen sogar mit Solaranlagen ausgestattet, was den umweltschonenden Aspekt zusätzlich steigert. Fahren dann noch mehrere Personen in einem Mobil und steuert einen Stell- statt Campingplatz an, wird der ökologische Fußabdruck nochmals kleiner.

Sharing Economy: Online Wohnmobil mieten und vermieten

Auch Konsum lässt sich häufig schlecht mit einem nachhaltigen Lebensstil vereinbaren. In den letzten Jahren hat daher die "Sharing Economy”, also das Teilen innerhalb von Gemeinschaften, Interessengruppen oder auf Plattformen, immer mehr an Beliebtheit gewonnen. Sie ermöglichen das Teilen von Besitz, Expertise und sonstigen Ressourcen. Außerdem zieht es immer mehr Menschen zu einem ursprünglichen Reisen, zurück in die Natur — die Camping-Community boomt. Die Nachfrage wird erkannt: Online bieten Plattformen, wie etwa Campanda, Wohnmobile zum Mieten, aber auch die Möglichkeit zum Vermieten an.

Es muss also nicht ein Wohnmobil angeschafft werden, um einen Campingurlaub zu machen. Besitzt man wiederum eines, kann man die Anschaffung ebenfalls gänzlich ausnutzen. Denn besonders in der Hochsaison möchten Wohnmobilbesitzer häufig die großen Touristenströme vermeiden und der Camper bleibt in der Garage. In diesem kann das Fahrzeug von anderen Campinginteressierten genutzt und das Wohnmobil effizient als auch nachhaltig genutzt werden.

Es mag also überraschen: Ein Urlaub mit dem Wohnmobil ist klimaschonender als viele andere, gängige Reiseformen. Besonders mit einem gemieteten Gefährt und der damit verbundenen "Sharing Economy” kann der Jahresurlaub mit gutem Gewissen angegangen werden.

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