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Zivile US-Militärmaschinen legen Zwischenlandung auf dem Hunsrückflughafen ein, vor Weiterflug in den Nahen Osten.

Kostenpflichtiger Inhalt: Flugverkehr : Iran-Krise: US-Militär nutzt Flughafen Hahn auf dem Weg in den Nahen Osten

Der militärische Konflikt zwischen den USA und Iran hat auch Auswirkungen für den Flughafen Hahn. Seit vergangener Woche landen dort fast täglich Maschinen amerikanischer Fluggesellschaften. Was es damit auf sich hat.

Es handelt sich um Flugzeuge der Chartergesellschaften Delta Airlines oder Atlas. Beide sind bekannt dafür, im Auftrag des US-Militärs zu fliegen.

Die Maschinen, die auf dem Hahn zwischenlanden, starten entweder in der US-Hauptstadt Washington oder in Fayetteville im US-Bundesstaat North Carolina. Dort in der Nähe befindet sich mit Fort Bragg einer der größten Stützpunkte der US-Armee. Nachdem der iranische General Qassem Soleimani durch eine US-Drohne getötet worden ist, verlegt das Militär von Fort Bragg aus Soldaten.

Laut amerikanischer Medienberichte wurden bereits am Neujahrstag 650 Fallschirmjäger von dem Stützpunkt aus nach Kuwait verlegt. Insgesamt sollen 3500 Soldaten dorthin geschickt werden. Gestern Mittag um 13.06 Uhr ist eine Maschine der US-Fluggesellschaft United vom Hahn aus nach Kuwait gestartet. Am Morgen war bereits ein am Tag zuvor in Fayetteville gestartetes Flugzeug von Atlas Air im Hunsrück gelandet.

Die Bürgerinitiative Nachtflughafen Hahn geht davon aus, dass  ein Großteil der US-Soldaten, die nach Kuwait verlegt werden sollen, über den Hahn in das Krisengebiet geflogen werden. Die Linken im Bundestag haben gefordert, dass  die Bundesregierung der US-Regierung die Nutzung der militärischen Infrastruktur in Deutschland untersagt.

Die Tötung des iranischen Generals auf dem Gebiet des Iraks sei völkerrechtswidrig, sagt Tobias Pflüger, stellvertretender Vorsitzender der Linken. „Die Untersagung der Nutzung von Ramstein und weiterer involvierter Militäreinrichtungen der USA in Deutschland ist notwendig, um nicht als Bundesrepublik Deutschland an völkerrechtswidrigen Aktionen der USA beteiligt zu sein“, so der Politiker.

Der Flughafen Hahn ist kein Militärflughafen mehr. Er gehört mehrheitlich dem chinesischen Konsortium HNA. Obwohl sich China und USA nicht gerade wohlgesonnen sind und sich seit Monaten in einem Handelsstreit befinden, unterstützt der neue Eigner des finanziell angeschlagenen Hunsrückflughafens das US-Militär. Auch vor dem Einstieg von HNA wurden immer wieder zivile US-Militärflüge über den Hahn abgewickelt.

Nicht nur der Hunsrückflughafen spielt bei dem aktuellen Konflikt eine Rolle. Laut Linken-Politiker Pflüger könnte der gezielte Drohnenangriff auf den iranischen General zumindest zum Teil über die US-Airbase in Ramstein abgewickelt worden sein. Dort befindet sich eine Relaisstation, über die Lenkbefehle aus den USA für die Drohnen weitergeleitet werden.