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Sprachförderung und Sprachtherapie bei Kindern

Sprachförderung und Sprachtherapie bei Kindern

Wenn Eltern Auffälligkeiten in der Sprachentwicklung ihres Kindes feststellen, sollten sie in Ruhe die Entwicklung des Kindes mit dem Kinderarzt besprechen. Diagnostik ist essenziell. Der Logopäde kann helfen.

Tatsächlich verläuft die Sprachentwicklung sehr variabel, Bei vielen Kindern wechseln sich Phasen von großen Fortschritten mit Phasen scheinbarer Stagnation ab. Gerade bei jüngeren Kindern haben aber Eltern, die nicht durch eigene existentielle Probleme abgelenkt sind, ein meist sehr gutes Gespür dafür, wann ihr Kind ein echtes Problem entwickelt. Der Kinderarzt oder ein Facharzt für Stimm- und Sprachstörungen, der auch im Verdachtsfall zur Logopädin weiter verweisen kann, ist der erste Ansprechpartner für besorgte und auch verunsicherte Eltern.
Manchmal reicht eine Sprachförderung



Es gibt viele Gründe, warum die Sprachentwicklung eines Kindes auffällig sein kann, ohne dass direkt eine Sprachstörung vorliegt. Manchmal sind Eltern so mit ihren Problemen beschäftigt, dass ihnen Zeit und Aufmerksamkeit für das Gespräch mit ihren Kindern fehlt. Auch fällt es Kindern schwerer, deutsch als zweite Sprache zusätzlich zu ihrer Muttersprache zu lernen, wenn die Sprachen "gemischt" werden, also eine Bezugsperson mal die eine, mal die andere Sprache spricht. Häufig reicht es, die "sprachschwachen" Kinder besonders zu fördern. Dabei wird nicht so sehr auf individuelle Defizite, sondern allgemein auf die Stärkung und Weiterentwicklung vorhandener Fähigkeiten in den Bereichen Sprachmelodie, Grammatik oder Wortschatz abgestellt. Dies geschieht beispielsweise durch spielerische Sprachförderprogramme im Kindergarten. Auch eine Beratung der Eltern durch eine Logopädin ist manchmal sinnvoll, um aufzuzeigen, wie diese die Sprachentwicklung ihres Kindes im Alltag fördern können.
Bei Sprachstörungen logopädische Therapie


Kinder mit Sprachstörungen brauchen dagegen logopädische Therapie. Es ist wissenschaftlich bewiesen, dass mit einer allgemeinen Sprachförderung bei diesen Kindern nach dem dritten Lebensjahr keinerlei Aufholeffekte mehr zu erreichen sind.
Nur auf der Grundlage einer sorgfältigen logopädischen Diagnostik, die bereits ab einem Alter von zwei bis drei Jahren möglich ist, kann festgestellt werden, was das jeweilige Kind braucht: Sprachförderung oder Sprachtherapie.

In der Regel wird die Therapie als Einzelbehandlung, gelegentlich aber auch gemeinsam mit anderen Kindern in einer Gruppe durchgeführt. Die Behandlung verläuft spielerisch und ist an die Symptome, an das Alter des Kindes und seinen Entwicklungsstand angepasst.
Unterschiedlichste Sprachstörungsformen


Die häufigsten Sprachstörungen bei Kindern sind Artikulationsstörungen. Hier können Kinder Laute nicht richtig bilden oder in Wörtern nicht richtig verwenden. Wenn neben der Lautbildung weitere Sprachfähigkeiten wie der Satzbau, der Wortschatz und/oder das Sprachverstehen gestört sind, spricht man von Sprachentwicklungsstörungen. Spricht ein Kind nicht flüssig, hat Blockaden beim Sprechen oder wiederholt Wörter oder Wortteile, kann eine Redeflussstörung vorliegen. Fachleute unterscheiden dabei zwischen Stottern (Blockaden und angestrengte Wiederholungen meist verbunden mit Sprechangst und wachsendem Vermeideverhalten) und Poltern (Wiederholungen verbunden mit häufig sehr schnellem und/oder undeutlichem Sprechen und wenig Aufmerksamkeit für das eigene Sprechen). In einem weiteren Sinne rechnet man auch Stimmstörungen (etwa chronisch heisere Stimmen sowie nasalen Stimmklang) und die Sprechbewegungsstörungen, die in Zusammenhang mit Körperbehinderungen auftreten, zu den kindlichen Sprachstörungen.