Testbericht von 2024 Stiftung Warentest macht bei allen Herpes-Mitteln eine vernichtende Feststellung

Cremes, Gele, Serum, Patches, Thermostift: Es gibt viele verschiedene Produkte, die Hilfe bei Lippenherpes versprechen. Aber halten sie das auch? Stiftung Warentest hat eine klare Antwort.

 Bildet sich da Herpes? Bei den schmerzhaften Bläschen versprechen viele verschiedene Produkte Hilfe. Aber halten sie, was sie versprechen? Das hat Stiftung Warentest untersucht (Symbolbild).

Bildet sich da Herpes? Bei den schmerzhaften Bläschen versprechen viele verschiedene Produkte Hilfe. Aber halten sie, was sie versprechen? Das hat Stiftung Warentest untersucht (Symbolbild).

Foto: dpa/Christin Klose

Herpes ist keine Seltenheit. Laut Stiftung Warentest tragen 60 bis 90 Prozent der Menschen die sogenannten Herpes-Simplex-Viren in sich. Bis zu 10 Prozent von ihnen bekommen häufiger als fünf Mal im Jahr schmerzhafte Lippenbläschen.

Viele Hersteller wollen das Leiden der Betroffenen mit verschiedenen Mitteln verringern – aber halten diese auch wirklich, was sie versprechen? Das hat Stiftung Warentest aktuell untersucht.

Stiftung Warentest untersucht 26 Lippenherpes-Mittel

Im Test waren 26 Lippenherpes-Mittel: rezeptfreie Arzneimittel wie Cremes und Gele sowie Medizinprodukte wie Serum, Patches und ein Thermostift. Patches werden wie ein Pflaster auf die Herpesstelle geklebt, der Thermostift behandelt die betroffenen Stellen mit Hitze.

Anbieter der Produkte werben auf ihren Webseiten laut dem Testbericht mit unterschiedlichen Versprechen, so zum Beispiel mit einer Heilung innerhalb von 24 Stunden oder der kompletten Verhinderung von Lippenbläschen bei rechtzeitiger Anwendung. Die Produkte im Test kosten laut Bericht zwischen gut zwei Euro (zehn Patches) und 29 Euro (Thermostift).

Halten Lippenherpes-Produkte im Test, was sie versprechen?

Im Testbericht heißt es, Stiftung Warentest habe für alle Mittel geprüft, ob die Versprechen zur Heilung und Linderung wissenschaftlich belegt seien. Dazu seien Studien zu Wirksamkeit und Risiken gesichtet worden.

Das Ergebnis: „Für keines der 26 Mittel im Test liegen uns ausreichende Nach­weise vor, dass es die Heilung von Lippenherpes deutlich verkürzen und Symptome effektiv lindern kann“, schreibt die Stiftung. Deswegen werden alle Mittel als wenig geeignet für eine Behandlung bewertet.

Welchen Vorteil Patches und Serum bei Lippenherpes haben

Patches haben allerdings dem Testbericht zufolge einen Zusatznutzen: „Sie können helfen, Schmutz und Keime fernzuhalten und das Risiko zu verringern, die ansteckenden Herpes-Viren zu verbreiten.“ Auch für das Serum sei der Schutz-Effekt belegt.

Beide Produktgruppen bieten laut Stiftung Warentest zudem noch den Vorteil, dass Betroffene sich oft wohler fühlten, wenn die Lippenbläschen abgedeckt werden könnten. So lassen sich demnach zum Beispiel auf die Patches auch Lippenstift oder Make-up auftragen.

Den ganzen Test gibt es auf der Homepage der Stiftung Warentest (kostenpflichtig) oder in der Ausgabe 6/2024 des Hefts test.

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