Weißes T auf rotem Grund Wann dürfen Anbieter das Siegel der Stiftung Warentest nutzen?

Viele Verbraucher kennen das Logo mit der Note daneben. Aber wie kommen Hersteller überhaupt daran und wann dürfen sie damit werben? Dafür gibt es einige Vorgaben.

Um mit dem Logo der Stiftung Warentest werben zu dürfen, müssen Anbieter sich an bestimmte Regeln halten (Symbolbild).

Um mit dem Logo der Stiftung Warentest werben zu dürfen, müssen Anbieter sich an bestimmte Regeln halten (Symbolbild).

Foto: picture alliance / dpa/Lukas Schulze

Ob im Supermarkt, dem Discounter oder der Drogerie: Das Siegel der Stiftung Warentest haben viele bestimmt schon einmal gesehen. Ein weißes T auf rotem Grund, darüber der Schriftzug „Stiftung Warentest“, daneben die Note. Es kann auf verschiedenen Produkten aufgedruckt sein, von Shampooflaschen bis hin zu Lebensmitteln.

Aber wie kommen Anbieter an das Siegel? Das hat Isabella Eigner, Chefredakteurin der Zeitschrift test, kürzlich in einem Newsletter erklärt. Auch auf der Website der Stiftung Warentest gibt es Informationen dazu.

Wie kommen Anbieter an das Siegel der Stiftung Warentest?

Zunächst einmal muss Stiftung Warentest die Produkte testen. Die Auswahl, was überhaupt getestet wird, wird auf Grundlage verschiedener Kriterien getroffen – zum Beispiel werden auch Wünsche der Verbraucher bei der Ideensuche berücksichtigt. „Hersteller und Anbieter haben keinerlei Einfluss auf die Themenwahl“, wird auf der Website der Stiftung betont. Man könne Stiftung Warentest nicht beauftragen, ein bestimmtes Produkt zu prüfen.

Nach dem Test können Hersteller einen Lizenzvertrag mit der Stiftung abschließen, um mit dem Siegel werben zu dürfen. Die Gebühr dafür variiert. Laut Eigner nutzen rund 600 Hersteller jährlich diese Möglichkeit.

Was Hersteller bei der Nutzung des Test-Logos beachten müssen

Für die Nutzung gibt es strenge Regeln:

  • Aussagen der Stiftung Warentest dürfen nicht mit eigenen Worten umschrieben werden, der exakte Wortlaut des test-Qualitätsurteils muss verwendet werden.
  • Zeitpunkt der Erstveröffentlichung sowie das Medium müssen genannt werden.
  • Das Siegel darf in der Regel nur zwei, maximal drei Jahre nach Veröffentlichung des Tests verwendet werden (manchmal auch nur ein Jahr).
  • Nur, wenn das Produkt noch dasselbe ist wie zum Zeitpunkt der Veröffentlichung des Tests, darf mit dem Testurteil geworben werden.

Verbraucher können selbst Gültigkeit des Stiftung Warentest-Siegels kontrollieren

Wer kontrolliert, ob diese Bedingungen auch eingehalten werden? RAL, eine gemeinnützige Gesellschaft für Kennzeichnungen, übernimmt die Abwicklung der Lizenzverträge. Zu ihren Aufgaben gehört auch, zu überprüfen, ob mit dem Siegel der Stiftung Warentest missbräuchlich Werbung betrieben wird.

Außerdem wird etwa jedes zehnte Produkt mit dem Siegel nachgetestet, ob es noch das gleiche ist wie zum Zeitpunkt der Testveröffentlichung. Dass Produkte verändert werden, aber trotzdem noch mit dem Logo geworben wird, kommt laut Eigner aber nicht so oft vor.

Verbraucher können auch selbst überprüfen, ob Produkte ein Testsiegel zu Recht tragen. Die Logos haben eine sechsstellige Lizenznummer. Die kann man auf der Homepage von RAL eingeben und so erfahren, ob es eine Lizenz gibt und diese noch gültig ist.

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