Testbericht von 2024 Balkonkraftwerke: Dieses Teil kann Probleme machen

Update · Stiftung Warentest hat acht Solaranlagen für den Balkon getestet. Drei fallen durch – wegen eines kleinen Teils, das mitunter große Probleme bereiten kann.

Stiftung Warentest hat acht Balkonkraftwerke getestet (Symbolbild).

Stiftung Warentest hat acht Balkonkraftwerke getestet (Symbolbild).

Foto: dpa/Stefan Sauer

Wäsche aufhängen, draußen essen, Pflanzen großziehen – ein Balkon hat viele Vorteile. In so manchem Haushalt erfüllt er mittlerweile auch die Aufgabe, ein Ort der Stromerzeugung zu sein. Denn Balkonkraftwerke, also kleine Solaranlagen für den Balkon, verbreiten sich immer mehr.

Strom aus der Sonne vom eigenen Balkon – klappt das wirklich so einfach? Stiftung Warentest hat acht Balkonkraftwerke untersucht. Nur eins davon wird mit „Gut“ bewertet, drei fallen sogar durch.

So hat Stiftung Warentest Balkonkraftwerke getestet

Getestet wurde dabei die Stromerzeugung sowohl ohne Schatten als auch mit Schatten. Auch die Stabilität der Anlagen floss in die Bewertung mit ein, ebenso wie die Handhabung und Sicherheit.

Ein weiterer Teil des Tests war die elektromagnetische Verträglichkeit. Dabei geht es darum, „welche elektromagnetischen Leistungen der Wechselrichter bei bestimmten Frequenzen ins Stromnetz beziehungsweise in die Umgebung abgibt“, schreibt Stiftung Warentest.

Warum Wechselrichter von Solaranlagen Probleme bereiten können

Was das bedeutet, wird klar, wenn man sich die Ergebnisse des Tests ansieht. Denn die drei mit „Mangelhaft“ bewerteten Anlagen sind wegen dieser Kategorie durchgefallen. Alle drei haben nämlich den gleichen Wechselrichter. Dieses ziemlich kleine Gerät wandelt den durch die Solaranlage erzeugten Gleichstrom in Wechselstrom um, mit dem Haushaltsgeräte arbeiten. Außerdem drosseln sie die Leistung der Solaranlage, damit das Stromnetz nicht überlastet wird.

Das Problem: Laut Stiftung Warentest können Wechselrichter Elektrogeräte und Funkverbindungen elektromagnetisch stören. Dann ruckelt zum Beispiel das Internet oder das Radio rauscht – und zwar dem Testbericht zufolge nicht nur im eigenen Haushalt, sondern auch in der Nachbarschaft. Besonders brisant: „Sogar Funknetze von Polizei und Rettungskräften können beeinträchtigt werden“, schreibt Stiftung Warentest.

Wechselrichter wegen „hohen Risikos für Funkverkehr“ vom Markt genommen

Ob und wie sehr Wechselrichter stören, ist unterschiedlich. Die drei durchgefallenen Anlagen verwenden einen Hoymiles-Wechselrichter (Hoymiles HM-800), der laut Stiftung Warentest das stärkste Störpotenzial im Test gezeigt hat. Es handelt sich um die Anlagen „Yuma Balcony (820) Pro“, „PV und SO 840W Balkonkraftwerk mit HM-800“ sowie „Maxxisun 810Wp Black Line“. Dem Testbericht zufolge sieht auch die Bundesnetzagentur in dem Wechselrichter ein hohes Risiko für den Funkverkehr und hat ihn vorläufig vom Markt genommen.

Wenige Tage nach dem Test hat sich Hoymiles geäußert. Die HM-Produktreihe sei im August 2023 eingestellt worden. Seit Oktober 2023 habe Yuma den HM-800 Wechselrichter in ihren Balkonkraftwerken durch das Nachfolgemodell ersetzt. Außerdem sei man aktiv im Gespräch mit der Bundesnetzagentur und habe mit dieser bereits eine Vereinbarung getroffen, wonach installierte Produkte nicht betroffen seien und weiterhin verwendet werden könnten. Man werde den Dialog mit der Bundesnetzagentur fortsetzen.

Wechselrichter in Balkonkraftwerken können getauscht werden

Wechselrichter von Balkonkraftwerken sind dem Testbericht zufolge nicht fest mit der Anlage verbaut und können grundsätzlich getauscht werden. Das kostet laut Stiftung Warentest aber rund Hundert Euro.

Den ganzen Test gibt es auf der Homepage der Stiftung Warentest (kostenpflichtig).

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