Weiter verbreitet als angenommen Nosferatu-Spinne in der Wohnung? So gehen Sie vor

Vor fast 20 Jahren ist sie erstmals in Deutschland gesichtet worden. Inzwischen findet sich die Nosferatu-Spinne laut einer aktuellen Studie fast bundesweit – und durchaus auch in den eigenen vier Wänden. Und dann?

 Eine Nosferatu-Spinne (Foto: dpa/Archivbild)

Eine Nosferatu-Spinne (Foto: dpa/Archivbild)

Foto: dpa/Thomas Lutz

Die Nosferatu-Spinne ist in Deutschland einer Studie zufolge deutlich weiter verbreitet als bisher angenommen. Mithilfe eines bundesweiten Meldeportals sei festgestellt worden, dass die Spinne schon 2022 in fast ganz Deutschland verbreitet war, schreibt der Naturschutzbund Deutschland (Nabu). Nur in Mecklenburg-Vorpommern war sie demnach noch eher selten.

Ihr Territorium sei mehr als 2,3 Mal so groß wie gedacht, berichten Alexander Wirth und Gaby Schulemann-Maier von Nabu-naturgucker in der Fachzeitschrift „Frontiers in Arachnid Science“. „Inzwischen dürften sich diese Spinnen noch stärker weiterverbreitet haben“, wird Schulemann-Maier in einer Nabu-Mitteilung zitiert.

Wie gefährlich ist die Nosferatu-Spinne?

Die Nosferatu-Spinne (Zoropsis spinimana) ist eine der größten Spinnen in Deutschland und eine der wenigen, deren Biss die menschliche Haut durchdringen kann. Die Symptome eines Bisses werden als vergleichbar mit denen eines Wespenstichs beschrieben. Die Spinne beiße aber nur sehr selten, bei direkter Bedrohung.

Laut Nabu erreicht die Spinne eine Körperlänge von bis zu zwei Zentimetern und eine Beinspannweite von etwa fünf Zentimetern. Erwachsene Tiere und Jungspinnen kommen das ganze Jahr über in Deutschland vor. Den Winter verbringen sie demnach in Gebäuden wie Wohnhäusern oder Garagen. Sie ernähren sich von Fliegen, Faltern und anderen Spinnen, die mitunter größer sein können als sie selbst.

Warum hat die Nosferatu-Spinne ihren Namen?

Die aus dem Mittelmeerraum stammende Spinne sei 2005 das erste Mal in Deutschland gesehen worden, heißt es vom Nabu. Seitdem habe sie sich rasant verbreitet. Ihren Namen trägt sie, weil man angeblich auf ihrem Körper das Gesicht des Vampirs Nosferatu aus dem Stummfilm von 1922 erkennen kann.

Was mache ich, wenn ich eine Nosferatu-Spinne in der Wohnung entdecke?

Der Schreck dürfte verständlicherweise groß sein, wenn einem in der eigenen Wohnung eine solche Spinne an der Wand, an einem Lampenschirm, auf dem Boden oder an einem Schrank auffällt. Bei solchen und anderen Entdeckungen nicht erwünschter Tierchen auf sechs oder acht Beinen gilt aber: Ruhe bewahren. Das Magazin Öko-Test empfiehlt hinsichtlich Nosferatu-Spinnen, sie nicht zu töten. Vielmehr sollte man sie mit Hilfe eines Behälters einfangen und dann nach draußen bringen. Das kann etwa ein Glas oder eine Plastikdose sein, die man über die Spinne stülpt. Entweder krabbelt diese dann rein. Oder man schiebt einen Dosendeckel oder ein Stück Pappe unter den Behälter, wenn man ihn herumdreht.

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Auf der Website des Nabu lassen sich viele Meldungen über Sichtungen – auch in Häusern – nachlesen. Dort teilt etwa ein User aus Süddeutschland mit, dass man eine Nosferatu-Spinne „im Bett sitzend gefunden und danach eingefangen“ habe, ein anderer fand sie den Angaben zufolge in der Badewanne. Und aus Hofheim am Taunus heißt es, die Spinne sei schon öfter gesichtet worden, „mal im Haus, aber sonst im Garten“. Manchmal wurde die Spinne auch schon vorher abgefangen: „Wollte unter der Haustür ins Warme. Wurde rausgesetzt“.

Allerdings: Mit der bloßen Hand sollte man die Spinne nicht einfangen, weil sie – siehe oben – zubeißen könnte. Nosferatu-Spinnen bauen auch keine Netze, um Beute zu fangen, stattdessen wird diese gejagt. Laut Angaben des Nabu seien unter den bis April 2024 eingegangenen Sichtungen der Nosferatu-Spinne mehr als 80 Prozent korrekt gewesen. In mehreren Fällen wurde die Spinnenart aber mit der Großen Hauswinkelspinne (nicht giftig) oder der Gartenkreuzspinne (baut Netze) verwechselt.

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