Wundversorgung bei Hunden - So geht es richtig

Hilfreich : Wundversorgung bei Hunden - So geht es richtig

Je nach Größe und Art der Wunde kann der Halter unter Umständen die Wundversorgung beim Hund selbst übernehmen. Vorsicht Infektionsgefahr!

Ein spannender Sprit über Stock und Stein, vorbei an Ästen und hindurch durch eine Hecke - da hat jeder Hund Spaß pur. Wahre Lebensfreude wird hier ausgelebt. Dann aber der Schockmoment, wenn der Vierbeiner glücklich hechelnd zu Frauchen oder Herrchen zurückkehrt: Deutlich sichtbar ist Blut am Fell - Der Schatz hat sich an einem Ast gerissen und eine Wunde davon getragen. Zu solchen oder ähnlichen Situationen kommt es immer wieder einmal - je umtriebiger der Hund ist, umso öfter. Nun muss die Wunde begutachtet, unter Umständen versorgt werden. Die Versorgung kann sich auf eine Erste-Hilfe-Maßnahme beschränken, da die weitere Behandlung einer klaffend großen, stark verschmutzten oder arg blutenden Wunde Sache von Tierarzt beziehungsweise Tierklinik ist - es kann für den Halter aber auch bedeuten, einige Tage selbst Hand anlegen und die kleine Verletzung zu beobachten und deren Heilung durch eine Wundversorgung zu beschleunigen.

Es reichen auch einige unachtsame Sekunden, ein Moment der Unfolgsamkeit und schon kommt es zum Eklat: Der eigene Hund hat sich mit einem Artgenossen oder einer Katze angelegt und einen Kampf ausgefochten, der ebenfalls mit einer Verletzung endete. Auch nun ist Handeln angezeigt.

Bei Verletzungen beim Hund möglichst Ruhe bewahren

Bei kleineren Verletzungen bekommt der Hund das in seiner Spiel-Laune vielleicht gar nicht mit, dass er sich überhaupt eine Wunde zugezogen hat. Auch vom halter bleiben kleinere Blessuren oft unentdeckt - bis der Hund sich auffällig eckt, beim Bürsten und der damit verbundenen Fellkontrolle etwas bemerkt wird. Hier kommt es höchstens dann zur Panik, wenn die Verletzung schon länger unentdeckt blieb und man bei der Fellpflege eine böse Entzündung unter dem Fell feststellt. Klar, dann ist Eile geboten, doch ein nervöses, gestresstes Herrchen ist für den Hund Seelenfolter - diese Stimmung überträgt sich auf das Tier, was den Tierarztbesuch definitiv nicht erleichtern wird.

Geschehen größere Verletzungen, muss der Hundehalter ebenfalls Ruhe bewahren und strukturiert vorgehen, bis er die Tierklinik erreicht hat oder beim Tierarzt in der Praxis angekommen ist. Leider gibt es Tierrettungen nicht in allen Städten - wo es sie gibt, sollte man die Telefonnummer als Hundehalter ohnehin im Handy gespeichert oder im Portemonnaie stecken haben. Je mehr Souveränität man als Halter ausstrahlt, umso besser ist das für den Vierbeiner.

Wie hier erklärt, kann der Hundehalter bei Verletzungen des eigenen Hundes einiges tun, um die Folgen einzudämmen. Gegen hohen Blutverlust hilft ein Druckverband, ansonsten kann eine erste Desinfektion vorgenommen werden. Den Hund zu beruhigen und ihn anzuhalten, sich möglichst wenig zu bewegen, ist bei einer stark blutenden Wunde ebenfalls anzuraten. Notfalls kann man Passanten bitten, zu helfen, das Tier zum Auto zu tragen, festzuhalten oder einen Notverband anzulegen - oder etwas auf die Wunde zu drücken, was die Blutung etwas zurückhält, bis geeignetere Mittel besorgt wurden.

Steriles Arbeiten bei eigenhändiger Wundversorgung

Nicht jeder Hundehalter hat in seiner Tasche Verbandszeug und Desinfektionsmittel, wenn er mit seinem Hund Gassi geht. Bei schweren Biss- oder Risswunden ist es ohnehin ratsam, schnellstmöglich eine Erstversorgung durch einen Verband vorzunehmen und dann den nächstgelegenen Tierarzt oder Notdienst zu konsultieren. Kleinere Verletzungen können zuhause versorgt werden, wobei man den Spaziergang nicht mehr fortsetzen sollte, um die Behandlung rasch einzuleiten. Wie stets beim Kontakt mit blutenden Wunden sollten bei der Versorgung Handschuhe getragen werden. Diese können, sofern sie nicht steril sind, wie auch die Hände mit einem Desinfektionsmittel abgerieben werden, um keine Bakterien in die Wunde zu bekommen.

Sollte es nötig sein, müssen um eine Wunde herum die eventuell langen Fellhaare gekürzt werden, da die Härchen nicht in der Blessur kleben sollten und das Arbeiten an der Verletzung erleichtert wird. Besteht gute Sicht auf die geschädigte Stelle, kann sich der Halter an das Entfernen von Fremdkörpern machen. Fell, Steinchen, Äste und Dornen, Scherben und so weiter müssen entfernt werden, bevor die Verletzung sorgfältig mit einem geeigneten Wunddesinfektionsmittel behandelt wird. Achtung! Ein Hautdesinfektionsmittel darf nicht für eine offene Wunde benutzt werden - es brennt. So genannte Wundspüllösungen erzielen den besten desinfizierenden Effekt, sind aber schmerzfrei beim Kontakt mit der Verletzung.

Für kleinere und nicht mehr blutende Abschürfungen, Kratzer oder Insektenstiche stehen dem Hundehalter nun Behandlungsmittel wie dieser Balsam oder aber Kokosöl zur Verfügung. Pflaster kleben sehr schlecht auf behaarten Stellen; Verbände wird kaum ein Hund tolerieren. Deswegen muss bei großflächigen wunden der Tierarzt befragt werden, wie diese am besten vor Verschmutzung, Lecken und Kratzen geschützt werden können. Er hat auch einen Kragen parat, der am Hundehalsband befestigt wird, damit das natürliche Verlangen des Hundes, die Wunde zu lecken, eingedämmt werden kann. Experimente mit Sprühpflaster und Co. sollte der Laie unterlassen - so etwas ist riskant und kann die Wunde unter Umständen verschlimmern.

Nachbehandlung und Kontrolle hinsichtlich Entzündungen

Ist die Wunde erst einmal versorgt, folgt die Heilungsphase, in der der Hundebesitzer sich regelmäßig um seinen Hund kümmern muss. Immer wieder hat eine Kontrolle zu erfolgen, ob Haare oder Schmutz sich in der (verschorften) Verletzung befinden, ob Fliegen und Co. zu einem Problem werden oder ob sich durch Bakterien eine - unter Umständen eitrige - Entzündung gebildet hat. In dem Moment, in dem Herrchen oder Frauchen eine Unsicherheit verspüren, ob eine eigenhändige Behandlung richtig oder noch auseichend ist, ist schon Zeit für einen Tierarztbesuch. Lieber einmal zu oft vorstellig werden, als Blutvergiftungen oder andere Folgeerkrankungen einer zunächst harmlos anmutenden Verletzung zu riskieren! Für gut heilende, unauffällige Wunden reicht eine Behandlung mit zum Beispiel den oben genannten Mitteln, um die Wundheilung zu unterstützen und für baldige Genesung zu sorgen.