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"Meine Songs sind Momentaufnahmen"

"Meine Songs sind Momentaufnahmen"

Am 5.12. erscheint sein neues Album "The One" – Wir sprechen mit Sascha Schmitz, alias Sasha, über sein Werk, die letzten Jahre und seine Tourpläne.

Wo war Sasha denn die letzten Jahre?
Sasha: Ich war zwischendurch nochmal mit Dick Brave unterwegs, vor fünf Jahren war das letzte Sasha-Album, dazwischen kam ein Dick-Brave-Album und die letzten zwei Jahre hab' ich am neuen Album gefeilt.

Was würdest du anders machen, wenn du deine Karriere noch mal anfangen könntest?
Sasha: Es wäre fatal, zu sagen, ich würde was anders machen, weil ich sonst auch nicht dahin gekommen wäre, wo ich jetzt bin. Natürlich gibt es aber Entscheidungen, die ich anders gefällt hätte. Eigentlich hätte ich mich gerne viel früher ins Songwriting eingebracht, da hätte ich mir mehr zutrauen können. Aber es ist gut, dass es so gekommen ist, denn nur so konnte ich herausfinden, was gut für mich ist und was nicht gut für mich ist.

Bei dir ist keine klare Linie zu erkennen. Ist das so gewollt?
Sasha: Auf jeden Fall - das war ein auf 20 Jahre angelegter Masterplan. (lacht) Ehrlich gesagt war nichts davon geplant. Jedes Album ist eine Momentaufnahme der Situation, in der ich mich zu dem Zeitpunkt gerade befinde und die Situationen waren eben immer sehr unterschiedlich. Insofern haben die Platten auch immer anders geklungen. Dazu kommt auch, dass ich mich bei jedem Album weiterentwickelt habe und dazugelernt habe. Gerade habe ich zum
Beispiel mein eigenes Label "Röntgenaufnahmen" gegründet.

Mit wem hast du dein Album zusammen aufgenommen?
Sasha: Die letzten beiden Alben habe ich fast ausschließlich mit Robin Grubert und Alexander Zuckowski geschrieben - meine besten Freunde und jahrelangen Wegbegleiter. Mit den beiden habe ich auch dieses Mal wieder geschrieben und mit Robin hab ich auch in L.A. zusammen aufgenommen, weil der da inzwischen wohnt. Dort haben wir dann den Sound für das Album gefunden. Dann bin ich weitergezogen - nach London. Dort habe ich mit Ben Cullum geschrieben, dem Bruder von Jamie Cullum, mit Sascha, meinem Namensvetter, der auch schon James Blunt produziert hat. Ich habe viele tolle Leute kennengelernt in der Zeit und das hat echt viel ausgemacht. Alle sind gute Songschreiber mit guten Ideen, die sich auch außerhalb des Mainstreams bewegen und gute sowie außergewöhnliche Popsongs schreiben.

Was zeichnet eine typische Sasha-Platte aus?
Sasha: Meine Alben sind Abbilder meiner momentanen Gefühlswelt. Das hat nichts mit der Stilistik zu tun. Bei meinen früheren Alben hatte ich mir häufig einen Leitfaden gemacht. Bei meinem neuen Album habe ich mir nichts vorgenommen, sondern wollte einfach gute Lieder schreiben, egal, was dabei herauskommt. Ich habe mir gesagt: Wenn ich Bock auf ‘ne Reggae-Nummer habe, dann mache ich die einfach. Das einzige Dogma, das ich hatte, war, dass es keines gab. Ich wollte den richtigen Sound finden und es so machen, wie es das Lied verlangt. Den Sound habe ich in L.A. gefunden.

Wann geht's auf Tour?
Sasha: Ich visiere Herbst 2015 an. Ich möchte das entsprechend vorbereiten. Auch wenn ich sonst gerne losgezogen bin und einfach gespielt habe, möchte ich nun gerne eine vernünftige Tour produzieren, mit schönen musikalischen und auch lichttechnischen Konzepten.

Wo und wie verbringst du dieses Jahr Weihnachten?
Sasha: Seit Jahren bei der Familie meiner Freundin - eine große Familie, das hatte ich mir immer gewünscht. Meine eigene Familie hat sich überall verteilt, mein Bruder ist in Berlin, meine Mutter noch immer in Soest, da bekommen wir es selten hin, alle zusammenzubringen.

Dein allerschlimmstes Geschenk war …
Sasha: … eine falsche Autorennbahn. Ich hatte mir eine echte Darda-Bahn, eine zusammensteckbare Loopingbahn für Aufziehautos, gewünscht und das Modell einer anderen Marke bekommen, die keine Aufziehautos hatte. Das war ein todlangweiliges Spielzeug. Ich war fünf Jahre und echt enttäuscht.

Wem schenkst du dein neues Album?
Sasha: All denjenigen, die es nicht haben wollen.