1. Meinung

Auslese: Neue Lieblinge im Glas

Auslese : Neue Lieblinge im Glas

Seit fast einem halben Jahr hat uns Corona im Griff, zuerst ganz hart, dann lockerer, demnächst vielleicht wieder fester. Irgendwann musste eine Lockerung kommen – auch weil es die Menschen wieder ins Freie und zur Kurzweil drängte.

Die Mosel profitiert davon. Noch nie, so mein Eindruck, waren im Juli und im August so viele Urlauber vor Ort.

Es wird Sieger, zum Beispiel Ferienwohnungsvermieter und Campingplatzbetreiber, und Verlierer, zum Beispiel Wirte ohne Außengastronomie, geben. Vielleicht liegt in der Pandemie aber die Chance, die Region in die Herzen von noch mehr Menschen zu rücken.

Eine gute Presse hilft natürlich. Im aktuellen Heft von Essen & Trinken geht es in einer Reisereportage mit dem Titel „Ein Original gewinnt an Boden“ ins Tal mit den vielen Bögen. Im Mittelpunkt steht der restsüße Riesling Kabinett. Der Wein von den Schieferböden erlebe eine Renaissance, heißt es da. Der Autor spricht von einem „einzigartigen Weinstil“ und freut sich über „neue Lieblinge“.

Das Markenzeichen: sieben bis neun Prozent Alkohol. 13- bis14-prozentige trockene Hämmer wären bei der Hitze der vergangenen Wochen auch kontraproduktiv. Mit der kühlen Eleganz eines fruchtsüßen Kabinetts dagegen kommt das Urlaubsflair auch zu den Daheimgebliebenen, aber hoffentlich auch zu den Urlaubern.

Der Autor hat sich in Betrieben zwischen Winningen und Leiwen umgeschaut und Informiert. Der Schwerpunkt liegt an der Mittelmosel. Vielleicht reichte die Zeit für Saar und Ruwer nicht mehr. Verstecken müssen die Winzer von dort sich aber nicht. Ein paar Restauranttipps und eindrucksvolle Bilder runden den Bericht ab.

mosel@volksfreund.de