1. Meinung

Auslese: Schwere Arbeit, keine Plackerei

Auslese: Schwere Arbeit, keine Plackerei

Die Traubenlese ist eine schwere Arbeit, vor allem jetzt, wenn es in die steilen Hänge geht. Maschinen können dort nicht viel ausrichten, Handarbeit ist gefragt. Der Boden ist rutschig, oftmals ist es kalt und nass. Überhaupt ist der Herbst für die Winzer die arbeitsintensivste Zeit des Jahres.

Die Trauben müssen abends noch gekeltert, der Trester vom Vortag aufgeladen und weggefahren und der Most im Keller verarbeitet werden.

Doch so beschwerlich wie in früheren Zeiten ist es bei Weitem nicht mehr. Die Zeit der Schinderei ist vorbei. In den flachen Lagen nehmen heute Traubenvollernter den Winzern die Arbeit ab.

Und in den Steillagen sind im Zuge der Flurbereinigungen viele Wege entstanden. Die meisten Weinberge waren noch bis in die 70er Jahre nur über schmale Pfade und Treppchen zu erreichen. Die Männer trugen auf dem Rücken zentnerschwere, mit Trauben gefüllte Hotten oftmals mehrere Hundert Meter weit bis zum Wagen mit den großen Bütten. Und dann ging es sofort wieder steil nach oben. Verschnaufpausen waren kaum möglich, denn die fleißigen Leser hatten in der Zeit schon wieder ihre Büttchen gefüllt.
Heute ziehen die meisten Winzer die geernteten Trauben mit Schlitten, auf denen die gefüllten Behältnisse gestapelt sind per Seilwinde nach oben. Und wo kein Wegebau möglich ist, helfen Monorackbahnen. Das sind Einschienen-Zahnradbahnen, die auch steilste Hänge erschließen. Auf den Schienen fahren kleine Traktoren, die bis zu fünf Zentner schwere Lasten transportieren können.

Und auch im Kelterhaus hat die Technik für Erleichterung gesorgt. Die Arbeit mit den alten Spindelkeltern war eine echte Plackerei. Heute hat fast jeder Winzer vollautomatische Pressen - eine enorme Erleichterung.