Das Risiko mit dem Eiswein

Das Risiko mit dem Eiswein

Verschwindet bald eine Rarität, die nur deutsche Winzer herstellen können? Die Rede ist vom Eiswein – ein ganz besonders edler Stoff, eine Spezialität, die zu den geschätztesten Weißweinen der Welt gehört.

Der Kalender zeigt heute den 14. Januar, ein Tag mitten im Winter, an dem es meistens bitterkalt ist.
Und noch immer ist kein knackiger Frost in Sicht, der Winter scheint diesmal gänzlich auszufallen. Väterchen Frost hat sich schlafen gelegt und lässt die Trauben verfaulen.

Ohne Frost kein Eiswein, denn Eiswein-Trauben müssen bei anhaltenden Minusgraden von sieben Grad geerntet werden. Wenn bis Anfang/Mitte Januar die Temperaturen zu hoch waren, wenn Wärme und Regen die Trauben ungenießbar gemacht haben, war alles umsonst.

Der Winzer geht mit dem Hängenlassen der Trauben für den Eiswein alljährlich das Risiko des Totalverlustes ein. Sehr oft schon wurde das Risiko belohnt, 2010 beispielsweise, als Anfang Dezember die Temperaturen unter zehn Grad minus fielen.

Doch 2010 war die Gesamt8erntemenge äußerst gering, nur ganz wenige Winzer ließen Trauben hängen, um Eiswein zu erzeugen.

Es ist anzunehmen, dass das Risiko steigt. Wärmere und feuchtere Winter sagen die Klimaforscher voraus.
Das ohnehin knappe Angebot an Eisweinen wird sich - zumindest an der Mosel - noch weiter verringern. Die Rheinhessen und die Pfälzer werden aber weiterhin Eisweine produzieren. Den großen Betrieben dort macht es weniger aus, die Trauben eines Weinbergs bis zum knackigen Frost hängen zu lassen. Sie ernten außerdem die Trauben innerhalb weniger Minuten mit dem Vollernter. Kalte Finger bekommt dort niemand.