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Kolumne Auslese
Der Winzer muss das Jahr neu planen

In dieser Woche veröffentlichte das Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum die Rebschutzmitteilung Nummer 14. Stellen sie sich auf einen frühen Herbst ein, hieß es da unter anderem. Liebe Leute, wir haben Ende Juni.

Doch auch 2017 hatte die Rieslingernte ungewöhlich früh begonnen. Wird es dieses Jahr vielleicht noch früher losgehen? Mal abwarten.

Es scheint aber schon so, dass die Wnzer ihr Jahr und ihren Arbeitsablauf neu planen müssen. Die Blüte ist immer früher, und das schlägt sich auch auf den Erntezeitpunkt nieder. Früher konnten die Winzer unbesorgt im September auch einmal richtig ausspannen und in Urlaub fahren. Ich kenne Winzer, die mittlerweile zu Hause bleiben, weil ja etwas Unvorhergesehenes passieren könnte.

Im Frühsommer wegzufahren birgt angesichts der Unwetter beziehungsweise der heißen Temperaturen in diesem und im vergangenen Jahr auch Gefahren.  Wer auch nur ein paar Tage in Verzug mit den Arbeiten kommt, hat schon verloren.

Meine Erinnerung geht in die 1960er-Jahre zurück. Als kleiner Junge war ich auch als eifriger Erntehelfer dabei – im November. Der Eifer und die Lust waren schnell verflogen. Es war eisig, es lag schon Schnee und wir mussten auch die Träubchen vom Boden aufheben. Das Klima hat sich innerhalb relativ kurzer Zeit verändert. Natürlich hat das auch etwas Gutes. Es gibt eigentlich nur noch qualitativ gute Jahrgänge. Ausnahmen sind nur da zu verzeichnen, wo es besondere Wetterunbillen, zum Beipiel das Zusammenspiel von Hitze und Nässe im Spätsommer gibt und man den Trauben beim Faulen zusehen kann. Quantitativ haben die Winzer allerdings manche Enttäuschung erlebt. Es dürfte ruhig wieder etwas mehr Most in die Fässer kommen.