1. Meinung

Ein Kaiser unter den Winzern

Ein Kaiser unter den Winzern

Ihnen ist bestimmt auch schon aufgefallen, dass Franz Beckenbauer sich auf den Fernsehschirmen rar macht. Was heißt rar macht? Er taucht dort als Interviewpartner überhaupt nicht mehr auf. Das war einmal ganz anders.

Da verging keine Woche ohne Kommentare des "Kaisers", der zu seiner aktiven Fußballerzeit den Ball so beherrschte wie kaum ein anderer. Sie denken, dass sein Fernbleiben mit den Vorwürfen um die Vergabe der Fußballweltmeisterschaft 2006 an Deutschland zu tun hatte. Das ist sicherlich auch der Grund. Es gäbe aber auch noch einen anderen. Franz Beckenbauer ist unter die Winzer gegangen. Wie die Zeitschrift Falstaff vermeldet, hat er im Jahr 2013 ein Weingut in Südafrika übernommen.

Vor wenigen Tagen habe er seinen ersten eigenen Wein der Öffentlichkeit präsentiert. Die Autorin zitiert den Neuwinzer: "Ich komme zwar aus Bayern, dem Bierland überhaupt, habe jetzt aber meine Leidenschaft fürs Weinmachen entdeckt. Eine interessante und spannende Aufgabe - und eine sehr schöne noch dazu. Das Weingut liegt inmitten herrlicher Natur."

Und wie heißt der Premierenwein? Libero No 5. Wer es nicht weiß: Beckenbauer glänzte zu seiner aktiven Fußballerzeit als Libero, ja den gab es damals noch, und trug auf seinem Trikot die Rückennummer 5. Auf dem Etikett ist auch das Konterfei von Beckenbauer zu sehen. Und was ist drin im Libero? Ein Rotwein, eine Cuvee aus mehreren Rebsorten. Beckenbauer gebe dafür nicht nur Namen und Bild her. Er sei auch an der Zusammenstellung und Verkostung des Weines beteiligt gewesen, heißt es in der Zeitschrift. Der Wein aus dem Jahrgang 2015 sei dann in kleinen Mengen und in höchster Qualität abgefüllt worden. Fehlt nur noch der Preis: schlappe 59,90 Euro - fast so lukrativ wie das Sommermärchen 2006.