Es muss nicht immer Auslese sein

Auslese : Es muss nicht immer Auslese sein

Der 2019er wird ein guter Jahrgang – trotz des ausgefallenen goldenen Oktobers. Das zeigen die Mostgewichte und die idealen Säurewerte.

Was die Winzer betrübt, ist allerdings die geringe Erntemenge. Ein guter selbstvermarktender Betrieb hat keine Absatzsorgen. Viele dieser Winzer werden wohl in diesem Jahr Most und Wein von Winzerkollegen, die ihre Weine nur zum Teil selbst vermarkten können, dazukaufen.

Das wird sich auf die Fassweinpreise auswirken. Die Weinkellereien kaufen inzwischen rege 2018er Weine, weil sie wissen, dass der 2019er teurer sein wird. Es ist das Gesetz von Angebot und Nachfrage. Was die Qualitäten angeht: Jeder Winzer freut sich über Auslesen und noch edlere Spezialitäten. Sie sind das I-Tüpfelchen im Sortiment. Die Nachfrage nach solchen Spitzenweinen ist allerdings begrenzt – allein schon wegen der höheren Preise. 2018 hat es jede Menge solcher Spezialitäten gegeben. Sie müssen aber auch verkauft werden. Daher sind die meisten Winzer wohl nicht besonders traurig, dass es diesmal weniger „Edelweine“ gibt – dafür aber mehr Qualitätsweine und Kabinettweine. Die Gutsweine bilden die Basis im Sortiment eines jeden Winzers. An ihnen kann der Kunde erkennen, was ein Weingut imstande ist, zu leisten. Der 2019er wird hervorragende Gutsweine hervorbringen – hergestellt aus Trauben, die auch für „Höheres“ bestimmt sein könnten. So gesehen, passt der 2019er Jahrgang ideal in den Markt.

w.simon@volksfreund.de

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