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Kolumne Auslese: Moselwein fürs Ruhrgebiet

Auslese : Moselwein fürs Ruhrgebiet

In diesen Tagen, kurz vor Weihnachten, sind viele Winzer „auf Tour“. Das heißt, sie bringen mit ihren Kleintransportern Wein zu den Privatkunden. Wie man hört, läuft das so wichtige Weihnachtsgeschäft sehr gut, es sei denn, der Winzer liefert überdurchschnittlich viel Wein an die vom Lockdown gebeutelte Gastronomie.

Die Moselwinzer waren schon früh im Privatkundengeschäft erfolgreich. Vor allem im Norden und Westen der Republik bringen sie seit Anfang der 1960er Jahre ihren Wein zum Kunden. Ob im Kölner Raum, im Ruhrgebiet, Münsterland, Hamburg und seit der Wiedervereinigung auch in Rostock, Magdeburg, Leipzig oder Dresden – überall sieht man die Weintransporter mit den Nummernschildern TR, SAB, WIL, BKS, COC, ZEL, MYK oder KO. Der Norden und der Westen lieben die Mosel. Die Nähe zu den bevölkerungsreichen Regionen an Rhein und Ruhr ist von Vorteil. In Süddeutschland greift man naturgemäß gerne auf heimische Weine zurück. Weine aus Franken, Württemberg, Baden und auch aus der Pfalz sind dort beliebt. Bereits Ende der 1950er und Anfang der 1960er Jahre, zu Zeiten des Wirtschaftswunders, begann die Mosel sich touristisch zu entwickeln. Vor allem Urlauber aus Nordrhein-Westfalen und kurze Zeit später auch aus den Niederlanden entdeckten unsere Region und damit auch den Moselwein. Gästezimmer „mit fließendem Wasser“ wurden eingerichtet oder gebaut, Pensionen und Restaurants schossen wie Pilze aus dem Boden. 

Es war alles viel einfacher, die Gäste weniger anspruchsvoll, vielleicht war es auch persönlicher. Damals wurde mit einfachen Mitteln und sehr viele Engagement die Basis geschaffen für eine Touristenregion, die heute beliebter ist denn je.

mosel@volksfreund.de