1. Meinung

Kolumne Auslese zu den Corona-Auswirkungen auf die Winzer

Kolumne Auslese : Winzer brauchen schnell Klarheit

Wie der 2019er schmeckt? Ich weiß es nicht, denn ich habe noch keinen probiert. Ich bin aber sicher, dass die  Winzer wieder etwas Gutes in die Flaschen gefüllt haben beziehungsweise in diesen Tagen und Wochen füllen.

Doch wie bringen sie den neuen Wein in den weiter vom Coronavirus beherrschten Zeiten an die Frau und den Mann?

Online-Weinproben, von denen im TV bereits zu lesen war, wird längst nicht jeder Winzer ins Programm nehmen (können). Sie können in der ersten Not helfen, denn es wird auch Folgegeschäfte geben. Und die guten Kunden werden auch weiter ihrem Winzer vertrauen und vielleicht sogar mehr bestellen als sonst.

Auch das wird auf Dauer aber nicht reichen. Der direkte Kontakt ist für viele Geschäfte unabdingbar. Im Mai und Juni wäre bei den Jahrgangsweinproben und Tagen der offenen Weinkeller die ideale Gelegenheit dazu. Sie sagen vielleicht: Es gibt derzeit Wichtigeres als Wein. Sie haben Recht. Aber nach fast fünf Wochen der Angst und Unsicherheit kommt mit den ersten Lockerungen wieder etwas mehr Struktur ins Leben. Und da muss jeder schauen, was in nächster Zeit machbar ist – privat wie wirtschaftlich.

Für die Winzer wird sich bis zum 4. Mai, so lange gilt das Kontaktverbot erst einmal, nichts ändern. Doch was kommt danach? Sind Jahrgangsweinproben und Tage der offenen Weinkeller Großveranstaltungen und damit per se bis Ende August verboten? Zumindest sollte es vor dem 4. Mai im Weinland Rheinland-Pfalz darüber Klarheit geben.

Vielleicht gibt es ja intelligente Lösungen, wie eine Probe vor Ort organisiert werden kann. Und bei den Tagen der offenen Weinkeller könnte man auch mal ein Jahr ohne musikalische Unterhaltung auskommen. Die Platzverteilung wäre also einfacher.

Aber ich habe natürlich leicht schreiben. Wenn es nach Ansicht der Mediziner und Politiker nicht geht, dann geht es eben nicht. Nur sagen sollte man es den Beteiligten früh genug. Denn schon die Vorbereitungen sind mit erheblichen Kosten verbunden.

mosel@volksfreund.de