1. Meinung

Mosellieder nicht nur für Senioren

Mosellieder nicht nur für Senioren

Vor wenigen Tagen flatterte eine besondere Pressemitteilung in die Redaktion. Im Seniorenheim St. Josef in Kröv ist Anfang September eine Aktionswoche zum Thema Moselwein.

Auf dem Programm stehen unter anderem: ein Weinrätsel, eine Planwagenfahrt durch die Weinberge, der Besuch einer Straußwirtschaft, ein Picknick mit Käse, Obst und Wein, eine Weinprobe, ein Liedernachmittag mit Mosel- und Weinliedern und als Höhepunkt die Krönung der Weinkönigin. Die dann auf den Namen "Rentlerlay" hören wird.

Die meisten Bewohner des Altenheims werden aus der Region stammen und können in diesen Tagen vielleicht wieder in Zeiten abtauchen, in denen sie selbst im Weinberg gearbeitet haben oder ganz einfach im Alltag mehr mit Wein in Berührung kamen. Da ich auch nicht mehr taufrisch bin, fallen mir auch schon zwei Lieder ein, die vor einem halben Jahrhundert aktuell waren und unbedingt zu einer solchen Aktion dazugehören: "Schütt die Sorgen in ein Gläschen Wein" und "Man müsste noch mal 20 sein und so verliebt wie damals." Die Hymnen "O Mosella, Du hast doch so viel Wein. O Mosella, trinkst Du den Wein allein?" und "Wenn der Wein blüht, ist es schön an der Mosel" dürften beim Liedernachmittag gesetzt sein. Nicht jeder muss diese Lieder mögen, aber sie spiegeln doch ein Stück Heimat wieder. Wenn zum Beispiel eine der vielen Musikkapellen beim großen Festumzug zum Weinfest der Mittelmosel in Bernkastel-Kues "O Mosella" anstimmt, entsteht immer eine ganz besondere Stimmung bei den Zuschauern am Straßenrand. In diesem Zusammenhang stört es mich, wenn vor dem Umzug, quasi zur Einstimmung, das Kölner Liedgut dominiert. Der Dom kann an solchen Tagen ruhig in Köln bleiben: Die Mosel und der Wein haben auch Lieder, die zum Mitsingen und Schunkeln animieren.