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Auslese
Von Deutschland in die weite Welt

In den deutschen Botschaften und Konsulaten im Ausland soll es ja hin und wieder oder öfter Empfänge und Banketts geben. Und was wird da getrunken? Wein! Nicht immer aber immer öfter. Das Auswärtige Amt schreibt in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Weininstitut (DWI) seit 2014 in zweijährigem Turnus einen Wettbewerb aus. Winzer können je einen Wein oder Sekt anstellen. Derzeit sind 20 Weine und zwei Sekte im Angebot. Drei davon kommen von der Mosel. Der Wettbewerb ist beliebt. 710 Winzer meldeten sich 2016, 100 davon kommen von der Mosel. Beim DWI werden die Weine blind verkostet und bewertet. 40 bis 50 davon schaffen es dann zur Finalrunde ins Auswärtige Amt.

Dass so viele Rebensäfte keine Gnade vor den Gaumen der Verkoster finden, liegt nach Auskunft von DWI-Mitarbeiter Andreas Kaul, nicht an der Qualität.  Die sei bis auf einige Ausreißer nach unten sehr gut. Das Angebot solle bewusst überschaubar gehalten werden, sagt er. Und es werden auch keine großen Mengen geordert. Etwa 2500 Flaschen seien es 2017 gewesen, berichtet Kaul. Sechs der 22 Winzer hätten auch gar nichts verkauft. Trotzdem sei der Wettbewerb beliebt und gut für das Image. Zu den Kunden gehören unter anderem die Vertretungen in Havanna (Kuba), Lima (Peru) und in den Vereinigten Arabischen Emiraten. Vielleicht werden die Ölscheichs auch die deutschen Weinanbaugebiete schätzen lernen. Zumindest dem Traubensaft dürften sie ja zugetan sein, wenn ihnen die Religion den Alkohol verbietet.

Apropos Alkohol: Dem werden viele Zeitgenossen nach Ende der Fastenzeit an Ostern wieder zusprechen. In Maßen hoffentlich, aber beim Wein in dem Gedanken, dass er ein ganz besonderes Getränk ist. Die ersten Proben des quantitativen kleinen Jahrgangs sind schon Vergangenheit. Qualitativ werden sicherlich wieder keine Wünsche offen bleiben.

c.beckmann@volkfreund.de