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Kolumne AUSLESE: Riesling*innen fürs Land

Kolumne AUSLESE : Riesling*innen fürs Land

Jetzt kümmert sich auch das rheinland-pfälzische Ministerium für Familie, Frauen, Jugend, Integration und Verbraucherschutz (kurz: MFFJIV) um die Winzer - sorry, um die Winzerinnen und Winzer des Landes.

Das Ministerium, genauer gesagt Staatssekretär David Profit, LGBITQ-Beauftragter, also zuständig für die Anliegen von Menschen mit gleichgeschlechtlichen Lebensweisen und verschiedenen Geschlechtsidentitäten, hat die Initiative QueerWein Rheinland-Pfalz gestartet.

Profit lädt aIle lesbischen, schwulen, bisexuellen, transidenten, intergeschlechtlichen und nichtbinären Winzerinnen und Winzer aus Rheinland-Pfalz ein, ihm gute Weine vorzuschlagen.

Diese sollen dann bei besonderen Anlässen ausgeschenkt werden. Wer es nicht weiß: Transidentität beschreibt ein natürlich bedingtes Phänomen, bei dem die Geschlechtsidentität mit dem bei der Geburt zugewiesenen Geschlecht nicht übereinstimmt. Nichtbinäre Personen fühlen sich weder weiblich noch männlich, sie liegen irgendwo dazwischen. Und intergeschlechtliche Menschen haben körperliche Geschlechtsmerkmale, die sich nicht als nur männlich oder nur weiblich einordnen lassen. Queer ist schließlich die Zusammenfassung dieser unterschiedlichen geschlechtlichen Identitäten. Ich hoffe, ich habe das in der Kürze einigermaßen richtig erklärt.

Das Thema ist beim MFFJIV sicherlich richtig angesiedelt. Nur frage ich mich, was hat das mit Wein zu tun? Wie viele der Winzer im Land sind queer? Warum muss das Ministerium Geld ausgeben, um ganz gezielt bei queeren Winzer*innen Weine aufzukaufen. Es mag ja gut gemeint sein, wenn ein Ministerium damit für mehr Akzeptanz für queere Menschen werben will. 

Aber was kommt als nächstes? Muss eine Trans-Frau, ein Trans-Mann Weinkönig*in werden? Und was ist mit queerem Bier? Queerem Spargel? Brauchen nicht auch intergeschlechtliche Gemüseanbauer und nicht-binäre Schnapsbrenner mehr Akzeptanz in der Gesellschaft und damit Unterstützung vom Land? Die Beispiele ließen sich unendlich fortsetzen.

Mit ist es übrigens egal, ob der Wein, den ich trinke, von einem heterosexuellen oder schwulen Winzer, einer lesbischen Winzerin, einem nichtbinären Winzer*in, einem Trans-Mann oder einer Trans-Frau etc. hergestellt wurde. Er muss mir schmecken. Für diese überflüssige Initiative, mit einem Wein für die „Sichtbarkeit und Akzeptanz sexueller und geschlechtlicher Vielfalt“ zu werben, habe ich nur wenig Verständnis. Ich denke, die durch die Flutkatastrophe in ihrer Existenz bedrohten Ahrwinzer*innen noch weniger.

mosel@volksfreund.de