1. Meinung

Wanderer zieht’s an die Mosel

Wein : Wanderer zieht’s an die Mosel

Die Mosel mit ihren Seitentälern ist heute eines der beliebtesten Wanderziele Deutschlands. Das war nicht immer so. In einem Fachartikel mit der Überschrift „Der Weintourismus an der Mosel“, veröffentlicht 1986 in der „Winzer-Zeitschrift – DWZ“, schreibt Professor Christoph Becker, Fremdenverkehrsgeograph an der Uni Trier: „Die Bedingungen für größere Spaziergänge und Wanderungen im Moseltal sind meistens nicht allzu günstig.

Am Moselufer selbst gibt es außer den Promenaden im Ortsbereich kaum ruhige Wanderwege. An den mit Wald oder Reben bestandenen Hängen finden sich nicht allzu viele schattige, nicht asphaltierte, bequeme Wanderwege – die vorhandenen Wirtschaftswege sind gerade bei schönem Wetter wenig zum Wandern geeignet.“

Was hat sich seither nicht alles getan! Überall an der Mosel und auf den Moselhöhen gibt es heute unzählige Wander- und Rundwanderwege in verschiedenen Längen und Schwierigkeitsstufen - vom gemütlichen Spaziergang bis zum herausfordernden Klettersteig. Allein der Calmont-Klettersteig bei Bremm/Ediger-Eller lädt Jahr für Jahr mehrere Zehntausend Gäste ein, den Steilhang zu erobern und dieses einzigartige Natur- und Freizeiterlebnis zu genießen. Viele Gemeinden haben interessante Lehrpfade eingerichtet. 2014 wurde der Moselsteig mit seinen zahlreichen Traumpfaden, Themenwegen und Seitensprüngen eröffnet. Große Reiseanbieter nehmen ihn mit ins Programm. Die Erfolgsgeschichte des Moselsteigs geht weiter.

Hinzu kommt, dass bereits mehrere Hundert Kultur- und Weinbotschafter sowie Naturerlebnisbegleiter ausgebildet wurden, die den Wanderern und Naturfreunden fachkundig die Region Mosel mit ihrer einzigartigen Landschaft, Geschichte, Kultur sowie Flora und Fauna näherbringen.

Wandern und die Natur erleben, verbunden mit genussvollen Erlebnissen, liegt weiterhin im Trend. Wandern bleibt ein Zukunftsthema und ist für die Mosel inzwischen ein entscheidender Wirtschaftsfaktor.

mosel@volksfreund.de