Weinfreund, geh' zum Winzer

Weinfreund, geh' zum Winzer

Wo kaufen Sie ihren Wein? Im Supermarkt, im Fachgeschäft, im Weingut? Man darf wohl annehmen, dass die meisten in der Region direkt zum Winzer gehen.

Ist ja auch nicht weit, und die Auswahl mitten im Weinbaugebiet könnte größer nicht sein. Man kennt sich, wird fachlich informiert und vor allem: Es besteht zwischen Kunde und Verkäufer, der gleichzeitig der Produzent ist, in der Regel ein Vertrauensverhältnis.

Dennoch: Die weitaus größte Menge deutschen Weines wird in Supermärkten und Discountern verkauft. Beim Moselwein ist dieser Anteil auf dem Inlandsmarkt etwas geringer, macht aber immer noch knapp die Hälfte der Menge aus. Die Preise dort sind unterirdisch: 1,99 bis 2,99 Euro - das ist die Regel. Wer dort kauft, hat meistens auch keine Ahnung von Wein. Heute Mosel, morgen Rheinhessen und übermorgen Chianti - Hauptsache Wein.

Das ist bei den Winzerkunden anders. Sie interessieren sich für Wein und bleiben "ihrem Winzer" treu. Und sie sind bereit, mehr für die Flasche zu zahlen. Laut einer Studie geben diese von den Marktforschern als "Premiumkunden" bezeichneten Konsumenten im Schnitt mehr als fünf Euro für einen Liter Wein aus. Selbstvermarktende Winzer können also deutlich mehr verlangen als der Lebensmittelhandel.

Den Wein anzubauen, abzufüllen und an den Mann/Frau zu bringen, bedeutet aber auch sehr viel Arbeit und Engagement. Der Zeitaufwand ist enorm. Kommt der Winzer, die Winzerin gegen Abend aus dem Wingert, ist der Arbeitstag oft noch nicht vorbei. Vielleicht steht eine kleine Weinprobe an, die sich bis in den späten Abend hinziehen kann. Das kostet Zeit und Energie. Aber es lohnt sich. Selbstvermarktung ist und bleibt die lukrativste Art Wein zu verkaufen.

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