1. Meinung

Winfried Simon: Beim Wein wird zugelangt

Kolumne Auslese : Beim Wein wird zugelangt

Kürzlich verbrachten wir ein paar Tage in einem sehr guten Hotel im Odenwald. Abends ging‘s ins gemütliche Restaurant. Ein gutes Glas Wein, besser noch eine Flasche, gehört für mich zu einem guten Essen im Restaurant dazu.

Die Auswahl an deutschen wie ausländischen Gewächsen war üppig – ebenso auch die Preise. Die preiswerteste Flasche, ein einfacher deutscher Qualitätswein, kostete 28,50 Euro. Ich schätze der Einkaufspreis lag um die fünf Euro. Da hat mal einer so richtig zugelangt. Mehr als das Fünffache vom Einkaufspreis – da kann einem der Durst vergehen.

Dabei ist es gewiss kein großer Aufwand eine Flasche Wein zu entkorken und dem Gast einzuschenken. Die Leistung in der Küche, um eine feine Speise zuzubereiten, ist ungleich höher. Dabei sind Flaschenpreise von knapp unter 30 Euro für einfache Weine in der guten Gastronomie heutzutage üblich. Man hat sich daran gewöhnt.Ein Grund: Viele Gäste haben keine oder wenig Ahnung von Wein, und das wird von vielen Gastronomen gnadenlos ausgenutzt. Übrigens: Der 28,50-Euro-Wein, den ich am ersten Abend geordert hatte, war ein sauberer, aber auch sehr einfacher Schoppenwein. Am zweiten Abend hab ich mir ein Pils bestellt.

mosel@volksfreund.de