Winzer können optimistisch bleiben

Auslese : Das Wetter bleibt wechselhaft

Ein vollreifer Wein, der jetzt schon bestens entwickelt ist und nicht mehr im Keller nachreifen muss: So schmeckt der Riesling-Jahrgang 2018 – vollmundig und fruchtig. Das war für die typische Mosel-Rebe bislang eine Ausnahme.

Waren doch die Sommer immer wieder wechselhaft, oftmals hat der Wein dann erst durch längere Lagerung im Keller komplexere Aromen entwickelt. Aber die vielen Sonnenstunden des vergangenen Jahres haben für ausreichend Alkohol und Säure gesorgt, so dass  sich eine längere Lagerung in vielen Fällen erübrigt. Kurzum: Der 2018er kann, soll sogar jetzt schon getrunken werden. Das ist auch gut so, denn von anderen, immer noch frischen Jahrgängen liegt ja noch so manche Flasche im Keller, wie etwa vom fabelhaften 2015er.

Ob solche langen Sonnenperioden wie im vergangenen Jahr die Regel werden? Manche befürchten das, aber schon in diesem Jahr ruderten Wetter- und Klima-Experten erst vor kurzem wieder zurück, möglicherweise bleibt die noch vor wenigen Wochen prognostizierte Dürre doch wieder aus. Wenn dann der Sommer feuchter wird, könnte der 2019er Jahrgang wieder etwas eleganter werden. Das ist heute aber alles noch reine Spekulation, denn das Wetter birgt immer wieder Überraschungen und bleibt gerade in unserer Gegend wechselhaft. Genau das macht doch auch den Reiz des Weinanbaus in Mitteleuropa aus: Kein Jahrgang ist wie der andere. Es gibt immer wieder immer wieder neue Kombinationen von Aromen im Glas. Langweilig wird der Weingenuss nie – nicht nur, aber auch wegen unseres Wetters.

hp.linz@volksfreund.de