Dahlien überwintern

Dahlien überwintern

Da heißt es immer, Dahlien solle man so lange wie möglich in der Erde lassen, damit ihre Knollen optimal ausreifen, und dann kommt schon Mitte Oktober so eine Frostnacht und rafft die im vollen Saft ihres Lebens stehenden Blütenwunder dahin.

Haben Minusgrade die oberirdischen Pflanzenteile erwischt, kann man die Knollen zwar getrost noch bis zu einer Woche in der Erde lassen. Aber schön sieht das im Garten nicht mehr aus. Also, schneide ich die Stiele eine Handbreit über dem Boden ab und hebe die Knollen mit der Grabgabel heraus. Gerade nach feuchten Perioden ist es sinnvoll, das Wurzelpaket erst einmal mit der Stängelöffnung nach unten zu lagern. Das Restwasser kann aus den Stielen laufen. Die Knolle trocknet optimal ab.

Dann werden die Dahlienschätze in Kisten verstaut. Meine "Bishop of Llandaff", eine einfach, rotblühende Sorte, die ich vor zwanzig Jahren aus Wales mitgebracht habe, lagert in Holzwolle. Andere Dahlienfreunde haben gute Erfahrungen damit gemacht, die Dahlienknollen in trockenem Sand oder Laub zu überwintern. Als recyclender TV-Leser kann man es sogar mit zerknülltem Zeitungspapier probieren. Hauptsache ist der frostfreie Überwinterungsraum mit Temperaturen zwischen vier und zehn Grad Celsius.

Über dem Gefrierpunkt ist es bisher im Innenhof geblieben. Hier blühen die Dahlien im Topf noch kräftig. Den Farbsommer sollte man sich pflücken. "Gebt mir mal schnell eine Vase", rufe ich ins Haus, und bekomme ein Bierglas. Darauf steht Köstritzer. Das nenn' ich Zufall. Liegt doch die Wiege der deutschen Dahlienzucht in der Stadt Bad Köstritz. Fast drei Jahrhunderte ist es her, dass die ersten aus Mexiko stammenden Dahlien nach Thüringen gelangten.