1. Meinung

Darauf müssen Luxpendler achten

Grenzgänger : Grenzgänger im Steuererklärungsfieber

Die Finanzverwaltung hat Anfang Februar die neuen Formulare herausgegeben und viele Grenzgänger zur Abgabe der Steuererklärung zum 31. März 2019 aufgefordert. Es herrscht allgemeine Panik.Was ist von der Frist zu halten?

Die Finanzverwaltung hat Anfang Februar die neuen Formulare herausgegeben und viele Grenzgänger zur Abgabe der Steuererklärung zum 31. März 2019 aufgefordert. Es herrscht allgemeine Panik.Was ist von der Frist zu halten?

In den letzten 20 Jahren war diese Frist eher ein Papiertiger. Es war – anders als in Deutschland – nicht mit Verspätungszuschlägen zu rechnen, wenn die Frist nicht beachtet wurde. Gewöhnlich geben die Luxemburger Steuererklärungen im Herbst ab.

Muss nun wegen der Steuerreform anders gehandelt werden?

Im Normalfall ist dies meines Erachtens nicht der Fall. Wer also im letzten Jahr die Steuerklasse 2 beantragt hat, wird auch weiterhin kein Problem haben, wenn die Steuererklärung erst nach dem 31. März 2019 abgegeben wird.

Nur in besonderen Fällen sollte man möglichst die Frist einhalten: Wer ursprünglich für 2018 die neue Individualveranlagung beantragt hatte, soll bei Abweichung davon bis zum 31. März seine Steuererklärung einreichen.

In dem Rundschreiben des Steuerdirektors heißt es, dass im Prinzip diese Frist einzuhalten sei. Allerdings ist eine echte Notwendigkeit für diesen Zeitdruck nicht zu erkennen. Es ist davon auszugehen, dass die Bearbeitungszeiten der Steuererklärungen ohnehin bei einem Jahr liegen werden. Grund dafür ist, dass die Steuererklärungen zumindest für Verheiratete viel komplexer geworden sind. Es gibt mehr Abzugsmöglichkeiten.

Andererseits müssen die Daten des deutschen Steuerbescheides überprüft werden. Auch dieser wird erst in einigen Monaten vorliegen. Grenzgängern ist daher geraten, die Daten aus der deutschen Steuererklärung schon in die Luxemburger Steuererklärung einzutragen, auch wenn der deutsche Steuerbescheid noch nicht vorliegt. Dieser kann später nachgereicht werden.

Stephan Wonnebauer, Vorstandsmitglied des Deutschen Anwaltvereins Luxemburg.

Bei Fragen zum deutsch-luxemburgischen Recht können sich Grenzgänger an den Deutschen Anwaltverein Luxemburg (DAV) wenden, www.dav.lu