1. Meinung

Das Ende eines großen Traums

Das Ende eines großen Traums

Der Trierer Petrisbergaufstieg ist tot. Die geplante Direktverbindung zwischen der Ebene Hauptbahnhof/Innenstadt und Tarforster Plateau/Uni war zuletzt in Vergessenheit geraten und wurde in der jüngsten Stadtratsitzung schließlich zu Grabe getragen.

Jahrzehntelang haben sich Verkehrsplaner, Kommunalpolitiker und Journalisten an dem Thema abgearbeitet. Was der Moselaufstieg (Direktverbindung zwischen Trier-Zewen und A.64) für den überörtlichen Verkehr ist, das ist der Petrisbergaufstieg für den innerstädtischen. Beides große Träume, die vermutlich nie in Erfüllung gehen werden. Die Idee mit der Trasse exklusiv für Busse hat zweifellos ihren Reiz, denn Trier droht an Blechlawinen zu ersticken. Jede Erleichterung wäre da sehr willkommen. Das Megaprojekt war allerdings auch immer ideologisch aufgeladen. Statt Entscheidungen zu treffen, schob der jeweilige Stadtrat das Ganze immer wieder vor sich her. Planungen verstaubten in den Schubladen. Die darin beschriebene Technik der Fortbewegungsmittel war zwangsläufig irgendwann überholt. Zur Zeit der Ampelkoalition 2010 erlebte der Petrisbergaufstieg nochmals einen Aufschwung. Zuletzt setzten die Grünen durch, dass die Variante mit einer Seilbahn ausdrücklich mit geprüft werden sollte - schon war der nächste Auftrag vergeben. In all dieser Zeit wurden die Kassen immer leerer, während die Kostenschätzung stieg. Unter 100 Millionen Euro wäre die Verbindung sicher nicht zu haben gewesen. Und das hätte die Stadt einfach nicht stemmen können.