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Mein schöner Garten
Den Boden blumig bedecken

Kathrin 
Hofmeister.
Kathrin Hofmeister. FOTO: Kathrin Hofmeister / TV
Im Frühling richtet sich der Blick auf die Schattenpartien im Garten. Solange Sträucher und Laubbäume noch kein Blätterdach bilden, fallen genügend Sonnenstrahlen auf den Boden, um Frühjahrsblühern im Unterholz die schönsten Blütenfarben zu entlocken. Gleich mehrfarbig präsentiert sich das heimische Lungenkraut. Von Kathrin Hofmeister

Es erblüht rosarot und wechselt langsam zu Violettblau. An einer Blütentraube zeigt sich deshalb ein ganzer Farbverlauf. Den Insekten soll die Farbe signalisieren, wo noch Nahrung zu holen ist. Frisches Rosarot weist auf sprudelnde Nektarquellen hin. Als beliebtes Hummelfutter ist das Borretschgewächs um diese Jahreszeit besonders wichtig. Ein Platz findet sich in jedem Garteneck. Und das ist interessant: Die bei mir zu Farn, Leberblümchen und Waldschlüsselblume gepflanzten Bodendecker, wachsen in jungen Gärten am besten. Lungenkraut will mit den Gehölzen groß werden. Anders als Immergrün, das sich nachträglich unter Bäume und Sträucher setzen lässt, macht Lungenkraut bestehender Wurzeldruck das Leben schwer. Zudem bekommen die Blätter auf ungünstigen Standorten schneller Mehltau. Manchmal begünstigt die Witterung die Pilzkrankheit. Doch Abhilfe ist schnell bei der Hand – wenn man eine Schere in selbiger hält: Bei Mehltaubefall schneide ich die Blätter komplett ab. Die vitale Staude treibt frisch aus, und bietet für den Rest der Saison ein dekorativ gezeichnetes Blattwerk, für das man die Frühlingsblüher liebt. Mit einer ganz anderen Blattgeschichte muss man sich jetzt bei den Kübelpflanzen befassen. Sonnenbrand und Windschäden sind nicht zu unterschätzen, wenn sie aus dem Winterquartier kommen. Sie werden langsam wieder akklimatisiert. Anfangs reicht oft eine Stunde Morgensonne. Nach und nach kann man die Intervalle im schattigen, windgeschützten Terrassenbereich verkürzen.