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Garten
Der Traum vom Süden in Heckenformat

Kathrin 
Hofmeister.
Kathrin Hofmeister. FOTO: TV / Kathrin Hofmeister
Der Spätherbst bietet sich für die Pflanzung von Hecken an. Neben den altbewährten Formschnittgehölzen wie Thuja und Eibe sind immergrüne Laubhecken in Mode gekommen, die bis vor wenigen Jahren nur in wintermilden Regionen bekannt waren.

Die Rote Glanzmispel (Photinia) und die Portugiesische Lorbeerkirsche (Prunus lusitanica) sind typische Beispiele. Die hohe Schnittverträglichkeit erklärt ihre Beliebtheit nur zum Teil. Durch die glänzende Belaubung wirken sie irgendwie frischer als die seriösen Koniferen im Nadelanzug und sind mal was anderes. Die Rote Glanzmispel bereichert das Gartenbild zusätzlich, wie der Name verrät, mit einem roten Farbspiel. Im Austrieb sind die Blätter leuchtend rot. Später färben sie sich kupfergrün. Bis über den Winter bleibt die rötliche Tönung erhalten. Im trüben Grau der kommenden Monate ist das eine willkommene Abwechslung.

Wenn da nur nicht das Problem mit der Winterhärte wäre. Allerdings steigt im Zuge des Klimawandels auch die Risikobereitschaft: Es wird schon nicht so tieftemperaturig werden, denken sich experimentierfreudige Gärtner. Minus 15 Grad Celsius gilt als kritische Temperatur für die frostempfindlicheren Gehölze. Kurzzeitige Minusgrade vertragen sie meist problemlos. Rutscht das Thermometer in den Wintermonaten allerdings regelmäßig über längere Zeit in den zweistelligen Bereich, war’s das mit dem Traum vom Süden. Entscheidet man sich dennoch dafür, es einmal mit den Glanzmispeln und Portugiesischen Lorbeerkirschen zu probieren, ist der Herbst die falsche Pflanzzeit. Damit sie genügend Zeit zum Einwurzeln haben, sollte man alle frostempfindlicheren Gehölze im Frühjahr setzen. Über eine 20-30 cm dicke Mulchschicht, die im Spätherbst aufgetragen wird, freuen sich bestehende Hecken und eingewachsene Sträucher dagegen. Das lässt den Boden weniger schnell durchfrieren.