1. Meinung

Dicke Luft unter Tage

Dicke Luft unter Tage

Man liest ja so einiges über Steinbrüche und Bergwerke bei uns im Kreis. Und meistens nichts Gutes. Oft wirbeln die Riesenlöcher im wahrsten Sinne des Wortes viel Staub auf. Wie man hört, hat’s dieser Tage nach einer Begebenheit im Bergwerk in Wellen nicht nur gestaubt, es hat auch dicke Luft geherrscht.

Wirtschaftsministerin Eveline Lemke war da, hat sich den Josefsstollen angeguckt und mit den neuen Chefs aus Österreich und anschließend noch mit Leuten von der Bürgerinitiative gesprochen. Wer nicht da war, war Landrat Günther Schartz. Und wer auch nicht da war, war der Konzer Bürgermeister Karl-Heinz Frieden. Nun kommen Minister aus Mainz ja nicht jeden Tag über den Hunsbuckel zu uns. Und wenn sie mal in offizieller Mission da sind, dann ist es bisher gängige Praxis gewesen, dass der Landrat und der zuständige Bürgermeister auch eingeladen wurden. Die Übergangenen sind jetzt stinksauer, weil die Lemke und ihre grüne Parteifreundin Stephanie Nabinger groß in der Zeitung sind und sich von den Bürgern als Kümmerer feiern lassen. Dabei war der Landrat vor 14 Tagen auch im Bergwerk, aber das weiß kaum jemand. Er hat's nicht an die große Glocke gehängt. Da kommt der bodenständige Saargauer raus - auch für Kärrnerarbeit im Untergrund zu haben. Konservativ, effektiv, selbstlos. Da muss nicht gleich jeder Handstrich vom Blitzlichtgewitter der Pressefotografen begleitet werden wie bei dieser Öko-Tante Lemke. Obwohl: Der früheren Unternehmensberaterin aus Hamburg kann man ja eine gewisse Cleverness nicht absprechen. Fährt voll auf der grünen Welle und bremst die Schwarzen aus. Vielleicht hat sie das ja auch von ihrem Onkel gelernt. Der Willi Lemke war ja Bildungssenator in Bremen und vorher Manager bei den Grünen - nicht bei der Partei, sondern bei Werder Bremen.