1. Meinung

Die Wahl der Qual: Wochenende in der Großstadt

Die Wahl der Qual: Wochenende in der Großstadt

An diesem Wochenende erledige ich einen ehrenamtlichen Erziehungsauftrag, sprich: Ich habe die Ehre, einen Spross angeheirateter Verwandtschaft zu bespaßen, während die Eltern auf Jück sind.

Natürlich will ich dem Knaben, der ja vom Dorf stammt, was bieten in Trier. So was richtig Großstädtisches. Aber nach und nach schwinden sie dahin, meine schönen Pläne. Besuch eines Fußballspiels des SV Trier-West/Euren - das ist der Verein mit dem hohen Erlebniswert auch jenseits des Spielgeschehens: klappt nicht, weil nach den Vorkommnissen vom letzten Sonntag abgesagt. Dann eben mal ein Abstecher vors Freibad Süd, wo man so schöne Falschpark-Orgien und massenhaftes Abschleppen erleben kann. Bringt ebenfalls nix, weil in Anbetracht des Wetters nicht viel Betrieb sein wird. Jetzt wird's eng. Brot & Spiele hatten wir schon in den letzten Jahren, eine Anti-Schulschließungs-Demo ist am Wochenende nicht in Sicht, und der Dauerstau rund um die Olewiger Straße fällt ja aus, weil die Stadtwerke noch rechtzeitig gemerkt haben, dass "Polen offen" ist, wenn sie die Straße per Baustellenampel dichtmachen. Ich hoffe, der Knabe erspäht nicht eines der zahlreichen Rallye-Plakate, die noch überall in der Stadt herumhängen. Denn dann muss ich ihm erklären, dass die ganze Chose schon längst vorbei ist. Und warum hängen dann noch die Plakate? Tja, irgendwie muss sich Trier doch vom Dorf unterscheiden.