Mieten und Bauen wird in und um Trier teurer - die Preise werden weiter steigen

Kolumne Die Woche im Blick : Was Wohnen in der Region teuer macht

Die Mieten steigen – das haben wir in dieser Woche mit neuen Daten belegt. Und es deckt sich mit den Erfahrungen vor allem derjenigen, die hier nach einer neuen Bleibe suchen. Das Bemerkenswerte: Nicht nur in Trier wird es teurer, sondern in allen Landkreisen.

Am stärksten übrigens bei den neuen Mietverträgen in Bernkastel-Wittlich. Da ging es seit 2012 um 20 Prozent nach oben.

Doch was steckt dahinter? Und ist Besserung für Mieter in Sicht? Zunächst gibt es bei den Gründen auch Erfreuliches: Unsere Region ist hochattraktiv. Viele Menschen, gerade aus Luxemburg, entdecken angesichts der dort noch wesentlich höheren Bau- und Mietpreise den Reiz von Trier, der Eifel, aber auch des Hunsrücks und des Hochwalds. Wird sich hier etwas verbessern? Wohl kaum. Luxemburg will in den nächsten Jahren, so das ehrgeizige Ziel, weiter mehr Arbeitsplätze schaffen und noch einmal deutlich wachsen. Der Druck von dort wird zunehmen.

Ebenfalls zu hohen Mieten führt die Zurückhaltung bei Baugebieten. In Trier gab es auf die letzten vier Bauplätze in einem Gebiet mehr als 80 Bewerbungen. Die Preise für Grundstücke steigen. Da die Baukosten ebenfalls stärker belasten, ist selbst das kleine Reihenhaus für viele Normalverdiener schlichtweg zu teuer. Wie wird es hier weitergehen? Zumindest aus Trier ist am Donnerstag ein klares Signal gesendet worden: Das Baugebiet Brubacher Hof wird nicht entstehen. Dazu kommt: Andere Planungen für größere Baugebiete werden lange dauern. Auch hier ist klar: Es wird teurer werden, für Häuslebauer und oft auch für Mieter.

Aber helfen nicht die gesetzlichen Vorgaben? Etwa die Mietpreisbremse? Da hat der Mieterverein in Trier etwa eine klare Meinung: Kein einziger Fall sei bekannt, bei dem die Bremse wirklich geholfen habe. Übrigens: Auch Sozialquoten oder Preisvorgaben werden nur wenig helfen, wenn nicht gebaut wird. Und so ist derzeit nur eines abzusehen: Unsere Region bleibt lebens- und liebenswert. Und sie wird, wenn sich nicht viel ändert, eines: für viele teurer.

t.roth@volksfreund.de

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