Theater, Tufa, Exhaus - drei Baustellen der Kultur in Trier

Die Woche im Blick : Das Theater um die Zukunft der Kultur

Was ist uns die Kultur wert? Diese Frage steht im Blickpunkt, wenn es in Trier um die Theatersanierung und den Ausweichanbau an der Tufa geht. Befeuert wird diese Diskussion noch dadurch, dass das Jugendkulturzentrum Exhaus derzeit geschlossen ist – auch hier ist voraussichtlich eine Generalsanierung fällig.

Es ist abzusehen: Die Stadt Trier wird viele Millionen in die Hand nehmen müssen – selbst wenn sie mit Fördermitteln des Landes rechnen darf.

Beim gut besuchten Forum unserer Zeitung zur Zukunft der Kultur in Trier ging es daher unter anderem um die Finanzen. Klar ist: Für die genannten großen Projekte ist im Rat die Mehrheit gesichert. Und wenn ein Finanzexperte wie Prof. Ludwig von Auer davor warnt, dass Ausgabenkonflikte abzusehen sind, bleiben die meisten Fraktionen gelassen. Sie argumentieren, dass die Bauten über viele Jahre abgeschrieben werden, die Belastung sich also über mehrere Haushalte verteilt. Und manch einer bringt seriöse Studien hervor, dass für jeden Euro, der in Kultur investiert wird, drei Euro in die Haushalte zurückkommen.

Ganz offen gesagt: Kultur sollte uns viel wert sein. Aber die Frage nach dem Geld muss für eine hochverschuldete Stadt wie Trier immer im Mittelpunkt stehen. Kulturdezernent Thomas Schmitt muss es nun schaffen, weiter Wächter und Treiber zugleich zu sein. Denn das Forum zeigte: Wünsche gibt es gar viele. Irgendeiner muss sie aber bezahlen. Und klar ist: Die Rechnung aus 1 mach 3 Euro gilt nicht pauschal für alle Kulturprojekte – es geht um sinnvolle Investitionen, es geht um mögliche neue Partnerschaften zwischen freier Szene und etablierten Institutionen, und es geht darum, Bürger und Wirtschaft ebenso mit ins Boot zu holen. Kultur darf nicht nur öffentlichen Trägern etwas wert sein. Wir alle sind gefragt, dafür zu kämpfen und keine Geiz-ist-geil-Mentalität aufkommen zu lassen.

Ein Hinweis in eigener Sache: Unser Forum war vor allem auf die Projekte rund um Theater, Tufa und Exhaus konzentriert. Natürlich ist dies mit Blick auf die Kultur in Trier und in unserer ganzen Region sehr eng. Da hat Hermann Lewen, Gründer des Mosel Musikfestivals, recht, wenn er den Blick etwa darüber hinaus auf Arena, Europahalle und Kaiserthermen richtet. Und die Vertreter der freien Szene müssen ebenfalls in den nächsten Monaten zu Wort kommen. Hier zeigte sich übrigens, dass die nun genannten großen Investitionen auch Ängste auslösen, ob für anderes noch Geld da sei. Die Entwicklung der gesamten Kultur bleibt daher ein großes Thema für uns – wir sehen unsere Rolle dabei als Begleiter und als leidenschaftlicher, aber wachsamer Wächter. Und wenn wir, wie beim Forum geschehen, zwischen Politik und Künstlern noch vermitteln können, freuen wir uns ebenfalls.

Es ist abzusehen: Die Diskussion werden wir im Kleinen fortsetzen – mit Interviews und Berichten, voraussichtlich auch mit weiteren Gesprächen. Denn eines hat sich ebenfalls gezeigt: Das Interesse an Kulturthemen ist groß, nicht nur mit Blick auf die großen Projekte.

t.roth@volksfreund.de

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