1. Meinung

Diese Geige ist der Hammmer!

Diese Geige ist der Hammmer!

Wenn im Jahr 2014 die Trierer Konstantin-Basilika eine neue Orgel bekommt, hat sie ein Instrument, das über drei Millionen Euro kostet. Drei Millionen, das ist eine drei mit sechs Nullen dran. Es wird die größte Orgel in der Region, sie wird einige Tonnen wiegen und das Gehäuse wird so groß, dass man darin mit Leitern herumklettern kann.

Es gibt aber auch andere Instrumente, die fast genauso teuer sind, die man aber bequem unter den Arm nehmen und wegtragen kann. Geigen, zum Beispiel. Im Jahr 2006 wurde eine Geige für 3,5 Millionen Dollar in New York versteigert. Das sind mehr als 2,5 Millionen Euro. Gebaut worden ist dieses Instrument 1707 vom berühmten italienischen Geigenbauer Antonio Stradivari und es hat sogar einen Namen. Die Geige heißt "Hammer", weil der Schwede Christian Hammer der erste bekannte Besitzer war.

Stradivari wurde 1648 in Italien geboren. Wo genau, weiß man bis heute nicht. Das erste Zeugnis, dass er von seiner Arbeit hinterlassen hat, ist eine Geige aus dem Jahr 1666, in der ein Zettel mit seinem Namen klebt. Darauf bezeichnet er sich als ein Schüler von Andrea Amati, einem ebenfalls sehr berühmten Geigenbauer.

Stradivari hat, so wird vermutet, etwa 1100 Instrumente gebaut, von denen heute noch ungefähr 600 erhalten sind. Sie zeichnen sich durch einen ganz besonderen Klang aus, der sie so überaus wertvoll macht. Worin das Geheimnis dieser Instrumente liegt, weiß man nicht. Lange Zeit wurde vermutet, es sei der Lack, mit dem das Holz überzogen ist. Die Wissenschaft hat aber inzwischen festgestellt, dass Stradivari keinen anderen Lack verwendet hat, als andere Geigenbauer auch. Stradivari starb mit 93 Jahren als reicher Mann. Noch heute kennt man in Italien die Redewendung "reich wie Stradivari".

Im kommenden Jahr, am 3. Februar, ist eine echte Geige des berühmten Herrn Stradivari in Trier zu hören. Der Geiger Kristóf Baráti spielt bei einem Konzert der Kammermusikalischen Vereinigung im Kurfürstlichen Palais in Trier auf der "Lady Harmsworth Stradivari" aus dem Jahr 1703. Die Geige hat ihren Namen übrigens auch von ihrer Besitzerin, eine Dame namens Lady Harmsworth.

Das wertvolle Instrument gehört ihm aber nicht, sondern sie ist ihm, weil er ein so guter Musiker ist, von der Stradivari-Gesellschaft geliehen worden.

Diese Geige hat Stradivari 1703 gebaut. Heute nennt man sie "Lady Harmsworth Stradivari". Foto: dpa