Eifel-Einsichten: Da mach sich einer mal einen Reim

Eifel-Einsichten : Da mach sich einer mal einen Reim

Ich bin im Gedichtmodus, Leser, nur haut das alles irgendwie nicht hin. Hier mein erster Versuch:

So rund't sich bald
ein weit'res Jahr
das voller Apostrophe war ...

Äh ... anders. Nomma neu:

So geht ein weit'res Jahr
vorbei
War's besser als das letzte?
Nei'!!!

Hm, das wird so nix. Das hat man davon, wenn man sich zwingen lässt. Dann klingt alles so ... gezwungen, eben. Weil: Nach der Kolumne von voriger Woche muss ich natürlich den Chef wieder gefügig mach ... äh ... friedlich stimmen, und das ist gar nicht so einfach. Ich bat ihn also, Gnade und Versöhnung erheischend, um Rat und Tipps für eine Kolumne. Es folgte die gewohnt charmant hinausgeschossene schwickerath'sche Anweisung:

"Herbst!"

Und so sitz ich jetzt hier und herbstle vor mich hin. Herbst. Herb. Her ... ah, vielleicht so:

Herbei, ihr bunten Blätter,
ach!
Nur macht beim Aufschlag
nicht so'n Krach!

Auch bescheuert. So vielleicht?

Allersielen, Halloween
Krieg ich kein Gedicht
mit hien!
Bauer fährt die Krumpern ein,
Chef kann mir gestohlen sein!

Mist, krieg ich natürlich nicht durch. Ah, jetzt: Ich hab's. Denn man muss das Soll übererfüllen, um die Mächte versöhnlich zu stimmen. Hier nun also kein Herbstgedicht. Ach was. Wir packen das ganze Jahr in vier Zeilen:

Frühling ist kaum fortgeweht,
Sommer kommt geschneit.

Winter macht sich breit.

Geht doch. Oder, Chef?
Uff, danke.
Et jit net jerannt.

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