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Kolumne
Grazie!

FOTO: Schramm, Johannes / TV
Die Eifel ist wirklich phänomenal. Das sag nicht ich (doch, sag ich auch, wenn ich wieder durch die Gegend knattere und dabei immer wieder neu erkenne, wie phänomenal sie ist, die Eifel). In diesem Fall aber sagt’s Giovanni.
Fritz-Peter Linden

Beim Freitagmorgen-Espresso. Manchmal muss ich zu ihm rüberlaufen, wenn mich alles wieder niederdrückt, wenn ich sehe, dass das alles nicht gut ausgehen kann, weil so viele Irrsinnige immer weiter an der Welt herumschrauben und alles kaputtzumachen drohen. Und keiner sie zurückhält. Und wenn die Hassfratzen wieder mit all ihrem Gehasse und Gehetze durchkommen. Und, noch schlimmer, wenn ich keine Kolumne habe für Samstag. Dann muss ich rüber zu Giovanni am Hahnplatz, damit er, mein Consigliere, mich wieder aufrichtet. Was er immer wieder zuverlässig hinkriegt, der Gute. Und die Eifel, sagt der sizilianische Meister-Gelatiere jetzt zu diesem trübsinnigen Eifeler Zeitungsheini, „ist wirklich phänomenal“. Denn hier gebe es noch richtig Leben und Rhythmus und Natur (heute früh hatte es gefroren, ich musste die Scheiben freikratzen, aber dann kam die Sonne raus und strahlte auf die Eifelwelt herunter, es war ... phänomenal). In der Stadt, da gebe es nur einen Rhythmus: „Auto, Auto, Auto, Rot, Gelb, Grün, Grün, Gelb, Rot“, sagt er. Und dass es hier nicht nur viel mehr Welt und Leben gebe, sondern auch Leute, die was tun. Für andere. „Muss man machen“, sagt er. Und dass wir immer daran denken müssen, „dass wir die Kinder nicht enttäuschen dürfen“. Und mit jedem seiner Sätze wird mir wärmer ums Herz. Und ich denke: „Jetzt reiß dich zusammen, das wird schon, du darfst die Kinder nicht enttäuschen.“ Zack, Espresso weg, Stimmung besser. In dem Moment kommt Monika Rolef rein, die Basilika-Patronin, die für ihre Stadt, also für andere, ja alles tut. „Kennen Sie eigentlich“, fragt sie mich, „den Prümer Piss-Engel?“ Und erzählt gleich, was es damit auf sich hat. Da weiß ich: Es gibt noch Hoffnung. Giovanni hat recht: phänomenal. Mille Grazie! Ich geh jetzt einen Engel suchen. Es gibt sie nämlich. Et jit net jerannt.