Kolumne Eifel-Einsichten

Kolumne Eifel-Einsichten : Kanner! Nee!

Ich erwarte von der deutschen Elf heute einen souveränen Sieg. Und von mir erwarte ich eine souveräne Lässigkeit, wenn’s in die Hose geht (Mantra: „Ist doch nur Fußball.

Ist doch nur Fußball. Ist doch nur ...“). Allerdings habe ich einen Tipp für den Bundestrainer, wie das Dingen noch zu reißen ist, und den haben uns wieder die Lützkämper Kindergartenpänz gesteckt (danke, Rosi).

Apropos Pänz, apropos Dingen (Eifel: Dangen, Döngen oder Dengen): Vor vielen Jahren, erzählt uns Franz-Günter Grohsmann aus Niederstadtfeld, waren immer mal, kriegsfolgenbedingt, Berliner Kinder zu Besuch in seinem Geburtsort Wallenborn. Vermittelt wurden sie an die Wallenborner über Ortsvorsteher Hermessen Hanni. Und so, sagt Franz-Günter, ging Hanni eines Tages wieder durchs Dorf, „die linke Hand in der Botzenteech, in der anderen die Schell“, also die Bimmel, und er rief: „Wern Berliner Kanna horn well, der soll sich bei mir mellen, ich honn daat Dangen an da Hand.“

„Ob die Schreibweise richtig ist, weiß ich nicht“, sagt Franz-Günter, aber das mit dem „Dangen“ sei seitdem geflügeltes Wort im Ort. Ich aber sage: Egal, die Botschaft stimmt! Hochjubelnder Dank nach Niederstadtfeld. Und ein tiefempfundener Mittelfinger an Donald Trump und seine herzlosen Grenzschergen, die überhaupt nicht wissen, wie man mit Kindern umgeht.

So, Herr Löw, jetzt zu uns. Die Kinder aus dem Islek nämlich, die haben sich auch über die WM unterhalten. Und wissen genau, was da abgeht: Denn viele Spieler fahren zwar mit zum Turnier, aber nicht alle dürfen auch auf den Platz. Einige, sagen die Kinder, bleiben nämlich draußen, weil: „Die müssen sich warmlaufen.“ Und wenn sich dann von den anderen einer verletzt – „dann wird der Wärmste geholt“.

„As dat net cool?“, ruft Rosi. Dat asset!, ruf ich. Jogi, mach dat Dangen! Und: Lass sie rennen! Für uns aber gilt weiterhin und immerdar:

Et jit, natürlich, net jerannt.