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Eifel-Einsichten
Mit Ulle uff Malle

FOTO: TV / Schramm, Johannes
Ich will nicht nach Malle. Wollte ich nie. Brauch ich nicht. Und nach den Meldungen der vergangenen Tage schon dreimal nicht. Allein diese Vorstellung: Du taperst nachts im zugeknallten Kopp orientierungslos aufs Nebengrundstück deiner Finca (heute hat ja jeder Jeck eine Finca auf Malle), hältst dich an deinem Besenstiel fest (die deutsche Qualitätspresse, nämlich Welt und FAZ, schrieb „Besenstil“, was ich ziemlich stiellos fand. Von Fritz-Peter Linden
Fritz-Peter Linden

Und wo wir schon beim Stiel sind: Was ist eigentlich aus dem guten Eifeler Stielmus geworden. Gibt’s das noch auf den heimischen Tellern?), wo war ich, ach ja, das ist doch schrecklich: Du taperst im Delirium aufs Nebengrundstück – und musst dann feststellen, dass dein Nachbar Til Schweiger ist.

Da würd ich auch aus der Spur geraten. Und heute dann die Nachricht, dass Jan Ullrich in Frankfurt festgenommen wurde, weil er ... ach, es ist nicht schön. Und alle zerreißen sich wieder das Maul über Ulle. Man wünscht ihm einfach mal ein bisschen Ruhe. Und neue Nachbarn, die ihm dann nicht auch noch auf allen Kanälen herablassend-gute Ratschläge hinterherzwitschern.

Wobei Radfahren, ich muss es sagen, allerdings hochgefährlich sein kann. Jedenfalls, wenn man diese viel zu engen, viel zu kreischbunten, viel zu glänzenden Radfahrerklamotten anzieht, die einem alles wegklemmen, was das Leben schön macht.

Als ich eines Sommers, leicht angeschickert, mal auf der Hahnplatzterrasse saß, strichen plötzlich fünf schon deutlich ältere Herren von extremer Sehnigkeit in ihren Radlerquetschwurstpellen an mir vorbei, und ich erschrak doch sehr. Und hab mich irgendwie doof gefühlt in meinen ordinären Kolumnistenklamotten.

Trotzdem: locker kleiden, Luft lassen, nix abklemmen, sonst passiert, was einem Herrn mal in einem Restaurant geschah (Dank an Gertrud Maus in Üttfeld, kam gerade passend per E-Mail rein!): Er erlitt einen Schwächeanfall. Ein Rheinländer fragte: „Was ist denn passiert?“ Antwort des Gasts aus der Eifel: „Da ist einer zu neist (nichts) gekommen.“

Et jit net jerannt.