| 16:54 Uhr

Kolumne Eifel-Einsichten
Äppel zu Hauf

FOTO: TV / Klaus Kimmling
Das Telefon bimmelt: „Du stehst doch“, sagt Hupperts’ Josef, mein Vertrauensniederprümer, „auf Fortsetzungsgeschichten.“ Und ich, rechts ranfahrend, so: „Ja klar, her damit, wat haste? Von Fritz-Peter Linden
Fritz-Peter Linden

Ach nein, ich muss anders anfangen: Das Internetz ist diese Woche komplett durchgedreht. Gut, das Internetz dreht jeden Tag, jede Minute durch. Wegen nix. Diesmal aber drehte es durch, weil Heiko „Bundesaußenminister“ Maas am Sonntag, nach einer SPD-Präsidiumssitzung, in einer, huch!, Lederjacke vor die Presse trat. Die „sozialen Netze“, die ja nie was Besseres zu tun haben, als sich asozial aufzuregen, regten sich ohne Ende auf.

Der Heiko trug auch noch einen Schal, was die sozialen Netze ebenfalls schlimm fanden.

So, jetzt sind wir wieder bei Hupperts’ Jupp. Wegen der Accessoires. Schal? Da hat er was Besseres – und zwar, deswegen Fortsetzung, wegen der Steffeler (ich erinnere an vorletzte Woche und den Brief von Barbara Igelmund, wo es um die Beseitigung der Pferdeäppel vor der Fronleichnamsprozession ging).

Die ja, also die Steffeler jetzt, wie wir seit voriger Woche von Roland Thelen aus Mehren wissen, in den 50ern das Dorf mit den meisten Gäulen und dicksten Bauern im Kreis waren. Das brachte Jupps Erinnerungsmodul in Gang: „Meine Eltern hatten früher in Schwirzheim eine Gastwirtschaft“, erzählt er. Und wenn im Saal Tanz, also „Musik“, war, tauchten auch die Steffeler auf. Die aber seien dort nicht so gern gesehen gewesen, weil sie immer die besten Chancen bei „de Mädcher“ hatten.

Denn sie konnten ihren Dickbauernstatus beweisen. Wie? So: „Die hatten immer nen Peerdsköttel in der Jackentasche. Und der Geruch hat dann den Mädchen signalisiert, dass da ein dicker Bauer war.“ Ob das auch heute noch funktionieren würde, vielleicht ja mit Anmachspruch? Etwa so? „Willste mal meinen Peerdsköttel sehen?“

Ich glaube: eher nicht. Wäre aber, bei all dem schlimmen Zeug, das sich manche Herren so auf den Leib sprühen, um dringende Paarungsbereitschaft zu signalisieren, vielleicht mal eine schöne Idee für einen Herrenduft: Eau de pomme de Cheval. Peerdsköttelwasser.

Merci, Jupp! Et jit net jerannt.